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Das Seehaus

Das Seehaus

Klappentext:

Eine Mittsommernacht am See, die noch jahrzehntelang ihre Schatten wirft

Cornwall 1933: Die sechzehnjährige Alice Edevane fiebert dem prachtvollen Mittsommernachtfest auf dem herrlichen Landgut ihrer Familie entgegen. Noch ahnt niemand, dass die Ereignisse dieser Nacht die Familie auseinanderreißen werden.

Siebzig Jahre später stößt die Polizistin Sadie auf ein verfallenes Haus am See. Und sie erfährt, dass damals ein Kind verschwunden sein soll. Die Suche nach Antworten führt Sadie tief in die Vergangenheit der Familie Edevane, zu einer verbotenen Liebe und tiefer Schuld.

 

„Vorsicht Spoiler!“

Ausgerechnet bei der schönsten Party des Jahres geschehen die schlimmsten Dinge auf einmal. Das Haus am See befindet sich in Cornwall. Dort findet im Jahre 1933 ein Mittsommernachtsfest statt. Ein perfekter Sommertag, die Bewohner und Gäste feiern bei Musik und Tanz. Jedoch erleben dabei die Bewohner ihre eigene Hölle. Die erste Liebe wird zu einer Enttäuschung, jahrelanges Hassgefühl und Verbitterung erreichen ihren Höhepunkt und ein Mord geschieht, dazu verschwindet ein kleiner Junge spurlos.

Siebzig Jahre später gibt es durch die Polizistin Sadie einen bizarren Blick in die Vergangenheit. Diese verbringt ihren Urlaub in Cornwall und entdeckt beim Joggen das verlassene Haus am See. Die Geschichte gibt ihr keine Ruhe und Sadie will unbedingt dieses Rätsel lösen, denn der Junge wurde nie gefunden.

Obwohl Sadie selbst genug Schwierigkeiten um die Ohren hat, stürzt sie sich mit Tatendrang in die Aufklärung des Verbrechens. Jedoch hat keiner mit den Ergebnissen gerechnet.

 Ich habe den Inhalt angedeutet, aber nicht viel verraten. Es sind über 600 Seiten – aber keine Angst, ihr werdet es nicht bereuen.

 

Meine Meinung:

Zwei Handlungsstränge und abweichende Zeitmaße geben dieser Geschichte eine besondere Note. Beide Aktionen fließen ineinander.

Eine Familie wird durch den Verlauf bestimmter Handlungen in eine Krise gebracht. Die Aufeinanderfolge der Vorgänge hängt mit den benannten Taten zusammen. Die Vergangenheit wirft bis in die Gegenwart ihre Schatten.

Die Protagonisten sind nicht fehlerlos, deswegen überzeugen sie in ihrer Figur. Gerade Eleanore in ihrer Einsamkeit, weil sie standhaft zu ihrem Mann steht, der seit dem Krieg psychisch belastet ist. Die Forcierung der Handlung ist durch das Erlebnis im Zweiten Weltkrieg herbeigeführt wurden. Aber auch Sadie und Alice – zwei starke selbstbewusste Frauen, die ihr eigenes Schicksal meistern.

Fabelhaft beschrieben ist auch die Kulisse. Geheimnisvoll das verlassene Anwesen, die Szenerie von Cornwall und dessen Atmosphäre.

Der Titel passt perfekt zur Geschichte, ebenso das Cover. Genauso stellt man sich das Anwesen vor.

Die verschiedenen Zeitabstände sind jeweils am Kapitelanfang gekennzeichnet. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen und hält die Neugier am Geschehen bis zum Schluss aufrecht. Natürlich gibt es ein paar Ereignisse, mit denen man nicht gerechnet hat.

Am Ende gibt die Autorin einen Eindruck über ihre Begeisterung zu Cornwall. Ebenso ist ein Interview mit der Autorin vorhanden.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen.

 

Fazit:

Eine außergewöhnliche Familiengeschichte, bravouröse Landschaftsdarstellung und glaubhafte Protagonisten machen dieses Buch zu einem perfekten Lesevergnügen.

 

5 Sterne

 

Verlag: Diana Verlag

Taschenbuch, Klappenbroschur,

624 Seiten, 11,8 x 18,7 cm,

ISBN: 978-3-453-35946-8

€ 9,99 [D]

 

Einen Blick in das buch gibt es hier:

https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Das-Seehaus/Kate-Morton/Diana/e515316.rhd

 

Autorin: Kate Morton, geboren 1976, wuchs im australischen Queensland auf, studierte Theaterwissenschaften in London und Englische Literatur in Brisbane. Ihre Romane „Das geheime Spiel“, „Der verborgene Garten“, „Die fernen Stunden“ und „Die verlorenen Spuren“ verkauften sich in 38 Ländern insgesamt über zehn Millionen Mal. Auch in Deutschland eroberte sie ein Millionenpublikum, alle Romane sind SPIEGEL-Bestseller. Kate Morton lebt mit ihrer Familie in Australien und England.

 

Übersetzung: Charlotte Breuer, Norbert Möllemann

 

Link: https://www.randomhouse.de/index.rhd

Im Licht der Korallenblüte

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Klappentext:

Die australische Anwältin Cassie befindet sich in einer Lebenskrise. In einem kleinen Dörfchen an der australischen Küste will sie zur Ruhe kommen und in einem alten Bootshaus ein Restaurant eröffnen.
Als sie dem attraktiven Tierarzt Michael begegnet, ist es Liebe auf den ersten Blick. Alles scheint gut, doch als ein reicher Geschäftsmann, Ricardo d’Aquino, ihr unerwartet eine hohe Summe vermacht, zieht sie den Zorn seiner einflussreichen Familie auf sich. Gemeinsam mit Michael ergründet Cassie, wie es zu der Erbschaft kam – und stößt dabei auf das wohl gehütete Familiengeheimnis, das ihren Vater und die d’Aquinos verbindet …

 

 „Vorsicht Spoiler!“

Giuseppe kennt nichts anderes als seine kleine Insel in Italien. Bisher war er damit zufrieden, denn seine Familie sind geachtete Fischer. Bis er den Schäfer der Insel und seine Tochter kennenlernt. Alfonso hatte die Welt gesehen, bis er sich auf der Insel niedergelassen hatte. Er war belesen und klug, was er auch an seine Tochter weitergegeben hatte. Giuseppe führte nicht nur lange Gespräche mit Alfonso, sondern der brachte ihm auch lesen bei. Der Erste Weltkrieg beeinflusste nicht nur Italien, sondern auch Giuseppe. Er wollte die Insel verlassen und in Amerika sein Glück versuchen. Mithilfe seiner Familie konnte er eine Passage auf einem Schiff buchen. Aber anstatt nach Amerika bestieg Giuseppe ein Schiff nach Australien. Auf dem Schiff lernte er auch andere Italiener kennen, ebenso Bridget, auf die in Australien ein Ehemann wartete. Sie verlieren sich aus den Augen, als das Schiff in Australien landet.

Als Cassie sich von ihrem Job und Mann trennt, versucht sie in Whitby Point zur Ruhe zu kommen. Das gelingt ihr auch, dabei ist ihr ein zugelaufener Hund eine große Hilfe. Durch ihn lernt sie einen netten Tierarzt kennen, der sie unterstützt. Auf einer Erkundung des Areals findet sie ein altes Bootshaus und sie ist davon begeistert. Cassie möchte daraufhin ein Restaurant eröffnen. Bei einer Familienfeier stellt Michael ihr seine Familie vor, allesamt Italiener. Die Eröffnung des Restaurants läuft prima und Cassie ist glücklich, bis eines Tages Michaels Onkel Riccardo verstirbt. Der hatte ihr ein Vermögen hinterlassen und Michaels Familie ist außer sich vor Wut. Cassie kann es selbst nicht fassen und versucht die Hintergründe aufzudecken.

 

Meine Meinung:

Dieses Buch ist ein Roman, der sich mit Auswanderung und Eingliederung beschäftigt. Der Zeitraum umfasst nicht nur den Ersten Weltkrieg, sondern auch den Zweiten. Anhand einer Familie wird eine Geschichte erzählt, die nicht nur die Vergangenheit umfasst, sondern auch das Morgen. Inwieweit eine Entscheidung auch die zukünftige Generation einschließt und es Konsequenzen gibt.

Die Autorin hat nicht nur Australien als Ort gewählt, sondern die Geschichte beginnt in Italien. Die Umgebung ist in beiden Ländern gut beschrieben, als wenn man das Meer sehen könnte, so groß ist die Fiktion, welche die Schrift in Bilder umsetzt.

Die Protagonisten sind gut gewählt, sie sind glaubhaft dargestellt und überzeugen in ihrer Rolle. Gerade Giuseppe, der nur seine kleine Insel kennt und damit zufrieden ist, bis er die Augen geöffnet bekommt. Damit verändert sich nicht nur seine Sichtweise, sondern er selbst auch.

Es gibt zwei Handlungsstränge, die in verschiedenen Zeiträumen angesiedelt sind und sich dennoch miteinander verbinden. Die Familiengeschichte beinhaltet ein großes Spektrum – Auswanderung, Neuanfang, Krieg, Liebe, Schuld und Sühne. Dazu malerische Orte, welche ein Hauch Abenteuer vermitteln.

Das Cover passt zur Handlung und vermittelt die Exotik des Landes.

 

Fazit:

Eine eindrucksvolle Geschichte, in der die Familie im Vordergrund steht. Atemberaubende Landschaften und tief greifende Gefühle geben dem Geschehen eine besondere Note.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen.

 

5 Sterne

 

Link: https://www.droemer-knaur.de/buch/8376125/im-licht-der-korallenbluete

 

Verlag: Knaur Verlag

Taschenbuch, 480 Seiten
ISBN: 978-3-426-51800-7

€ 9,99

 

Autorin: Di Morrissey ist die erfolgreichste Autorin Australiens. Als Journalistin arbeitete sie für Frauenmagazine, Radio und Fernsehen, schrieb Drehbücher und Theaterstücke und wirkte an zahlreichen TV-Produktionen mit. Sie lebt heute auf einer Farm in Byron Bay, New South Wales.

 

Übersetzung: Sonja Schuhmacher, Gerlinde Schermer-Rauwolf, Robert A. Weiß, Kollektiv Druck-Reif

 

Filmrezension: Die Insel der besonderen Kinder

Am Mittwoch war ich im Kino und habe mir den Film „Die Insel der besonderen Kinder“ angesehen. Mir hat der Film sehr gut gefallen, obwohl er nicht ganz mit dem Buch übereinstimmt.

Filminhalt:

Als Jacob zu seinem Opa gerufen wird, konnte er sich nicht vorstellen, was ihn erwartete. Grausam verstümmelt findet er ihn mit Wald. Jacob ist am Boden zerstört und muss in psychiatrischer Behandlung. Die letzten Worte seines Opas gingen ihm nicht aus dem Kopf. Als er zu seinem Geburtstag ein Buch seines verstorbenen Großvaters erhält, kann ihn nichts mehr halten und er fährt mit seinem Vater auf die Insel, um das Waisenhaus seines Opas zu besuchen.

Das Waisenhaus ist eine Ruine, denn es wurde im Zweiten Weltkrieg durch einen Bombenangriff zerstört. Aber Jacob wurde schon erwartet und erstaunt muss er feststellen, dass die Kinder und Miss Peregrine noch leben. Alles möglich, durch eine Zeitschleife. Märchen gibt es nicht, alles ist wahr – auch die besonderen Kinder. Im Handumdrehen steckt Jacob mitten im Geschehen und muss die Kinder vor den Monstern retten, denn nur er kann sie sehen. Monster, die die Augen der Kinder verspeisen wollen.

 

Meine Meinung:

Der Handlungsaufbau ist dem Buch angepasst. Jedoch wurde der Werdegang und das Ende des Films verändert. Es wirkt der Geschichte jedenfalls keine Schmälerung dadurch, sondern es gibt mehr gruslige Szenen. Die Protagonisten sind authentisch, ebenso faszinierend ist das Umfeld dargestellt. Es gibt fantastische Bilder und tolle Effekte. Manchmal sind sie düster und grausam, aber ebenso gibt es lustige Momente. Z. B. wenn Skelete gegen die Monster kämpfen.

Es ist erstaunlich, wie der Regisseur arbeitet, denn er passt das Licht und die Musik der jeweiligen Stimmung an. Dämmrig und mystisch, wenn das Böse herrscht. Helligkeit und Ausgelassenheit, wenn das Gute am Werk ist. Der Ton variiert und zieht den Zuschauer in das Geschehen.

Auch der Held wird gut von dem Schauspieler Asa Butterfield verkörpert, denn er sieht unscheinbar aus und ist ein Mensch wie du und ich. Samuel L. Jackson verkörpert den Baron perfekt. Miss Peregrine wird von Eva Green gespielt. Erstaunlich finde ich, wie sie sich in einen Vogel verwandelt. Perfekte Inszenierung.

Die Geschichte ist eine Mischung aus Fantasie und Horror. In der Art und Weise des Films erkennt man unweigerlich, dass der Regisseur Tim Burton ist.

Das Alter des Films ist ab 12 Jahre vorgesehen. Allerdings sind einige grausame Szenen dabei, das sollten Eltern beachten.

Der Film ist in 3D, was ich sehr reizvoll finde.

 

Fazit:

Regisseur Tim Burton hat wieder ein Meisterwerk geschaffen. Ironische, geheimnisvolle und übernatürliche Eindrücke, ebenso sympathische Verkörperungen der Protagonisten garantieren ein Filmerlebnis der besonderen Art.

Sehenswert für jeden Fan, der seine Freude an fantastische Geschichten hat.

 

5 Sterne

 

Regisseur: Tim Burton

Drehbuchautorin: Jane Goldmann

Autor des Buches: Ransom Riggs

 

Für einen Blick in den Trailer von YouTube:

Trailer – Die Insel der besonderen Kinder

ab 12 Jahre

 

Das Buch ist ebenso lesenswert!

Buch: Die Insel der besonderen Kinder

Taschenbuch, Knaur TB
01.09.2016, 416 S.
ISBN: 978-3-426-52026-0

Ab 12 Jahre

http://www.droemer-knaur.de/buch/9048487/die-insel-der-besonderen-kinder

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Die Insel der besonderen Kinder

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Klappentext:

Ransom Riggs‘ Bestseller „Die Insel der besonderen Kinder“ in der Filmausgabe zur Verfilmung von Tim Burton
Manche Großeltern lesen ihren Enkeln Märchen vor. Aber was Jacob von seinem Opa hörte, war etwas ganz anderes: Abraham erzählte ihm von einer Insel, auf der abenteuerlustige Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben, und von Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind.
Erst Jahre später, als sein Großvater unter mysteriösen Umständen stirbt, erinnert Jacob sich wieder an die Schauergeschichten und entdeckt Hinweise darauf, dass es die Insel wirklich gibt. Er macht sich auf die Suche nach ihr und findet sich in einer Welt wieder, in der die Zeit stillsteht und er die ungewöhnlichsten Freundschaften schließt, die man sich vorstellen kann. Doch auch die Ungeheuer sind höchst real – und sie sind ihm gefolgt …

 

Zusammenfassung:

Jacob hörte nichts lieber als die Geschichten von seinem Großvater. Seine Fantasie hatte keine Grenzen, er konnte sich die Monster vorstellen. Sein Großvater ist in einem Waisenhaus auf einer kleinen Insel aufgewachsen. Seine Familie kam im Zweiten Weltkrieg ums Leben. Als sein Großvater ihm Bilder der Kinder aus dem Waisenhaus zeigte, glaubte er nur an einer Fotomanipulation. Alles ausgedacht! Jacob liebte seinen Großvater. Als er ums Leben kam, kannte sein Schmerz keine Grenzen. Nicht seine Eltern oder sein bester Freund konnte ihm aus dem tiefen Loch befreien. Dann kam Jacob auf die Idee, auf die Insel seines Großvaters zu fahren. Er wollte das Waisenhaus kennenlernen. Sein Arzt, Dr. Golan, fand diese Idee gut. Also reiste Jacob mit seinem Vater auf die Insel vor der walisischen Küste. Leider musste er feststellen, dass das Waisenhaus einem Bombenangriff der Deutschen zum Opfer gefallen war. Das Haus war baufällig und nicht mehr bewohnt. Jacob war enttäuscht, denn er konnte Miss Peregrine nicht finden, welche an seinen Großvater geschrieben hatte. Seine Erwartungen wurden nicht erfüllt, bis auf den Tag, als er in eine Zeitschleife geriet. Jacob hatte nicht an die Märchen seines Großvaters geglaubt, bis er selbst mit der Wahrheit konfrontiert wurde.

                      Es gibt sie doch – Monster! Mehr wird aber nicht verraten!

 

Meine Meinung:

Das Cover zeigt die unerklärlichen Protagonisten, die in der Geschichte eine Rolle spielen. Geheimnisvoll und mystisch sind die zentralen Gestalten, ebenso das Umfeld. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Man muss sich einfach auf die Geschichte einlassen. Vergangenheit und Gegenwart spielen eine große Rolle, die sich immer wieder zusammenfinden. Es sind gute ausgearbeitete Charaktere, die die Protagonisten glaubwürdig erscheinen lassen. Es gibt eine große Szenerie, die bis zum Schluss ihre Spannung hält. So mystisch und geheimnisvoll die Geschichte ist, ist sie gleichzeitig durchdacht.

Die Geschichte ist in Kapitel unterteilt und lässt sich flüssig lesen. Der Titel passt hervorragend. Das Buch ist unterlegt mit Bildern und Briefen. Die ungewöhnlichen Fotos sind sogar echt.

So faszinierend das Cover aussieht, eignet sich die Geschichte nicht für jüngere Kinder, denn es gibt einige Gruselmomente. Aber als Erwachsener kann man diesen Roman ebenso lesen, wie Jugendliche.

Der Autor war sehr kreativ mit dieser Geschichte. Magie – ist, wenn man Bilder im Kopf hat.

 

Die Geschichte ist auch verfilmt worden und kommt ab 6.10.16 ins Kino. Bin ganz gespannt darauf und werde euch berichten, ob der Film genauso gut ist, wie das Buch.

 

Fazit:

Fantasievolles und ausdrucksstarkes Cover, das zum Lesen einlädt. Rätselhafte Protagonisten und eine mystische Umgebung ergeben eine fantasievolle und ausdrucksstarke Geschichte.

Hat mir sehr gut gefallen, deswegen gebe ich gern 5 Sterne.

 

5 Sterne

 

Verlag: Droemer-Knaur Verlag

Taschenbuch, Knaur TB
01.09.2016, 416 S.
ISBN: 978-3-426-52026-0

(€12,99)

Auch als E-Book erhältlich

Ab 12 Jahre

http://www.droemer-knaur.de/buch/9048487/die-insel-der-besonderen-kinder

 

 

Autor: Ransom Riggs wuchs in einem kleinen Fischerdorf im südlichen Florida auf, einer Region, in der sich viele Amerikaner zur Ruhe setzen. Um nicht vor Langeweile zu sterben, begann er, in Musikbands zu spielen und mit seinen Freunden Filme zu drehen. Später studierte er in Ohio und Los Angeles Literatur und Filmproduktion.
Ransom Riggs dreht heute Werbefilme für Firmen wie Absolut Vodka und Nissan und arbeitet als Drehbuchautor, Journalist und Fotograf.

Übersetzung: Silvia Kinkel

 

Ihr könnt ja gern ein Blick in den Trailer werfen:

https://www.youtube.com/watch?v=CvoeZG50hpw

 

Der italienische Garten

Der italienische Garten

Klappentext:

Liebe und Hoffnung in einer Zeit, die kein Morgen kennt

Portofino 1943. Mitten im Krieg geht eine junge Frau von Bord eines Schiffes. Die Deutschen halten den malerischen Küstenort besetzt und lassen Elodie nicht mit ihren gefälschten Papieren passieren. Doch in letzter Sekunde gibt ein fremder Mann sie als seine Cousine aus und rettet sie. In seinem Haus auf den Klippen gewährt ihr Angelo Zuflucht. Aber Elodie kann niemandem trauen, denn ihr Geheimnis würde nicht nur sie das Leben kosten …

 

 

Meine Meinung:

Die Musik liegt ihr im Blut, denn das ist ein Erbe ihres Vaters. Für Elodie gibt es nichts Schöneres, als ihrer Leidenschaft nachzugehen. Sie spielt Cello und geht auf das Konservatorium in Verona. Aber sie hat ebenfalls das gute Gedächtnis ihrer venezianischen Mutter vererbt bekommen. Sie muss jeden Tag ansehen, wie der Faschismus immer mehr im Ort Fuß fasst. Ihre Freundin Lena hat sich der Widerstandsbewegung angeschlossen. Die Versammlungen finden in einem Buchladen statt. Aber Elodie lebt zurückgezogen und nur für ihre Musik. Das ändert sich, als ihr Vater verschleppt wird. Eines Tages wird er vor dem Haus gefunden – übel zugerichtet. Pietro hat seitdem alle Lebenskraft verloren. Elodie kann nicht mehr wegsehen und geht mir Lena zu einer der Versammlungen. Dort lernt sie Luca kennen – den Buchhändler. Die Mädchen werden als Kuriere eingesetzt, Elodie wird wegen ihrer Gabe stärker eingebunden. Als die Deutschen anrücken, wird jeder Widerstandskämpfer gebraucht. Aber die Gefechte fordern unter den Widerstandskämpfern viele Tote.

 

Eine sehr glaubwürdige Protagonistin ist Elodie. Sie verschließt ihre Augen, um nicht in die Vorgänge des Faschismus hineingezogen zu werden. Erst als ihre Familie selbst betroffen ist, schüttelt sie ihre Verunsicherung und Lähmung ab. Sie hat zwar trotzdem noch Angst, aber sie versucht ihre Beklemmung hinter sich zulassen. Ebenso probiert sie, in der schrecklichen Lage ein wenig Glück zu finden.

Diese Geschichte ist in Italien im Zweiten Weltkrieg angesiedelt. Mussolini, der sich mit Hitler verbündet hat, setzt sein Zerstörungswerk unter der Bevölkerung fort. Es ist gut beschrieben, wie die Menschen sich gegenseitig denunzieren, sich aber auch untereinander helfen. Der Krieg macht vor niemanden halt. Man kann wegschauen, aber es hilft nicht. Irgendwann ist es unvermeidlich, dass man in dem Albtraum hineingezogen wird. Jeder reagiert anders.

Es sind zwei Handlungsstränge, die sich im Laufe der Geschichte miteinander verbinden. Einmal die von Elodie und die des Arztes Angelo.

„Sie sieht ihn verwirrt an. „Aber wieso haben Sie ausgerechnet mich ausgesucht?“ Er mustert ihr Gesicht und sieht bestätigt, was er schon wusste. „Warum? Ganz einfach. Ich suche denjenigen aus, der am meisten Angst hat.“

Er hilft, wo er kann! Warum? Das müsst ihr schon selbst lesen.

Emotionen, glaubhafte Charaktere, das Zeitgeschehen und die Schwierigkeiten der Bevölkerung sind überzeugend dargestellt. Dazu eine Kulisse, die anschaulich in die Kriegswirren eingebunden ist. Gut finde ich auch, dass Kunst als Waffe benutzt wird.

Negativ finde ich, dass Elodie sich in kurzer Zeit wieder verliebt. Das finde ich unglaubhaft. Wer einen Menschen verliert, trauert viel länger.

 

Fazit:

Eine dramatische Geschichte mit Tiefgründigkeit, die die drastischen Seiten des Krieges aufzeigt. Diesmal ist die Bevölkerung dargestellt und der Kampf sich zu behaupten.

 

4 Sterne

 

Verlag: Diana Verlag

€ 9,99 [D]
Taschenbuch, Klappenbroschur

432 Seiten

ISBN: 978-3-453-35858-4

 

Als E-Book erhältlich

 

http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Der-italienische-Garten/Alyson-Richman/Diana/e472868.rhd#\|info

 

Autorin: Alyson Richman ist amerikanische Bestsellerautorin und hat schon mehrere Romane verfasst, die in achtzehn Sprachen übersetzt wurden. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern auf Long Island, New York. Der italienische Garten ist ihr erster Roman im Diana Verlag.

 

Übersetzung: Charlotte Breuer und Norbert Möllemann

Als unsere Herzen fliegen lernten

Als unsere Herzen fliegen lernten      

Klappentext:

Er versprach, sie ewig zu lieben. Doch selbst die Ewigkeit kennt manchmal ein Ende …

1943, London: In der Ruine einer zerbombten Kirche trifft der amerikanische Pilot Dan Rosinski die junge Engländerin Stella Thorne. Es ist der Beginn einer unaufhaltbaren, aber unmöglichen Liebe, denn Stella ist verheiratet, und Dans Chancen, den Krieg zu überleben, sind mehr als gering. In einer Zeit, in der alles ungewiss ist, schreiben sie sich Briefe, um an dem festzuhalten, woran sie glauben: ihre Liebe. Viele Jahrzehnte später rettet sich eine junge Frau in ein leerstehendes Haus in einem Londoner Vorort. Da erreicht sie ein Brief, der sie in die Geschichte einer Liebe hineinzieht, die ein halbes Jahrhundert überlebt hat …

 

Meine Meinung:

Für Stelle geht ein Traum in Erfüllung, als sie Charles ehelicht. Der Pfarrer gibt ihr ein Heim und Geborgenheit. Ihr Wunsch nach einer eigenen kleinen Familie ist damit Wirklichkeit geworden. Die nächsten Wochen zeigen jedoch, dass die Wirklichkeit ganz anders aussieht. Mehr als eine Haushälterin ist sie für ihren Ehemann nicht. Charles meldet sich freiwillig zum Kriegseinsatz. Seelsorger werden dringend benötigt. Stella ist bitter enttäuscht. Ihre Freundin Nancy drängt sie nach einiger Zeit, mit ihr auszugehen. Dabei verliert sie ihre Uhr – ein Geschenk ihrer Schwiegereltern. Am nächsten Tag macht sie sich auf die Suche und begegnet dem Soldaten Dan. Stella ist verlegen, aber gerade das beeindruckt den amerikanischen Soldaten. Er verspricht, ihre Uhr zu suchen und sich bei ihr zu melden. Tatsächlich treffen sich die jungen Leute, Stella bekommt ihre Uhr wieder. Erstmals ist Stella von dem jungen Mann beeindruckt. Sie verlieben sich ineinander und schwören sich gegenseitige Innigkeit. Sie schreiben sich Briefe und träumen von einer gemeinsamen Zukunft. Aber Stella ist verheiratet und Dan fliegt einen Bomber über Deutschland.

 

Auf der Flucht vor ihrem gewalttätigem Freund bricht Jess in ein kleines leer stehendes Haus ein. Sie verletzt sich und kann nicht mehr auftreten. Sie bleibt in diesem Haus und findet alte Briefe. Beim Lesen wird sie von einer tiefen Liebe im Zweiten Weltkrieg überrascht. Die Briefe gehen ihr zu Herzen und Jess versucht alles, die Liebenden zu finden.

Aus gutem Hause, aber das schwarze Schaaf in der Familie – Will Holt. Bei dem Versuch einer Erbenermittlung lernt Will die junge Frau kennen. Er rettet Jess das Leben und verliebt sich in sie. Aber seine Probleme hintern ihn daran, ein vernünftiges Leben zu führen. Durch Zufall begegnen sie sich wieder, diesmal ist sie sein Rettungsanker. Beide sind von den Liebesbriefen beeindruckt und Will gibt sich Mühe, mehr über die Empfängerin herauszufinden. Die Zeit drängt, denn der Absender liegt im Sterben.

Mein Liebling, es ist bald siebzig Jahre her, doch für mich bist Du das noch immer. Mein Liebling.“

Ich hoffe, dass mein Mann später auch einmal diese wunderschönen Worte zu mir sagt.
 

Zwei Handlungsstränge gibt es in diesem Buch. Einmal eine Liebesgeschichte aus dem Zweiten Weltkrieg, dann eine Liebesgeschichte aus der heutigen Zeit. Beide Geschichten sind miteinander verbunden und wechseln sich ab. Die jeweiligen Kapitel beginnen mit dem Jahr, sodass man sich gut in die zeitweilige Geschichte hineinversetzen kann. Alle Protagonisten haben ihre Probleme und müssen sich mit den Komplikationen auseinandersetzen. Ob sie die Schwierigkeiten lösen können – verrate ich natürlich nicht. Ausdrucksvoll und einprägsam hat die Autorin das Zeitgeschehen und die Empfindungen der jeweiligen Protagonisten beschrieben. Auch im Krieg versuchten die Menschen, zu leben.

Die Briefe sind in einer anderen Schriftart, sodass sie sich von dem normalen Text abheben. Die Briefe wecken Emotionen und sind sehr gefühlsbetont. Zum Schluss konnte ich die Tränen nicht zurückhalten.

Die Geschichte ist nicht kitschig, weil vielleicht einige denken – ach – ein Liebesroman. Nein, sie verbindet die Emotionen der Menschen im Krieg, mit der Chance – ihn zu überleben, aber der Tod und das Leid ist jeden Tag zur Stelle. Der Kampf ums Überleben betrifft nicht nur die Männer, sondern auch Frauen und Kinder.

Keine Frage – ich könnte 6 Sterne geben! Ich kann euch das Buch nur ans Herz legen.

 

Fazit:

Eine wunderschöne emotionale Geschichte mit Tiefgang.

 

5 Sterne

 

Toll fand ich auch vom Verlag, dass das Buch in einem Geschenkset kam. 3 Bleistifte waren dabei und 3 Postkarten zum verschicken.

GeschenksetZ.B.: „Pass auf dich auf – für mich!“

– Wer würde sich nicht über so eine persönliche Karte freuen?

 

http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Als-unsere-Herzen-fliegen-lernten/Iona-Grey/Blanvalet-Taschenbuch/e471080.rhd#buchInfo1

 

Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag

Taschenbuch, Klappenbroschur

16.05.2016, 608 Seiten
ISBN: 978-3-7341-0188-5

€ 9,99 [D]
€ 10,30 [A] | CHF 13,90*
(* empf. VK-Preis)

Als E-Book erhältlich

 

Autorin: Iona Grey studierte Englische Sprache und Literatur an der Manchester University. Ihre Begeisterung für Geschichte und ihr großes Interesse an Frauenschicksalen des 20. Jahrhunderts brachten sie dazu, ihren Roman Als unsere Herzen fliegen lernten zu schreiben. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren Töchtern im Nordwesten Englands auf dem Land.

 

Winterhonig

Winterhonig

Klappentext:

„Winterhonig“ erzählt von einer lebensgefährlichen Liebe in einer archaischen, grausamen Welt, die noch gar nicht so lang Geschichte ist. Inspiriert von den Erlebnissen ihrer eigenen Großmutter, lässt uns Daniela Ohms die Zeit des Zweiten Weltkriegs aus Sicht der Landbevölkerung erleben: Das harte, entbehrungsreiche Leben, das Mathilda als zehntes Kind eines Bauern führt; die Anstrengungen, die der junge Karl unternimmt, um seine Abstammung vor den Nazis geheim zu halten; die Liebe der beiden, die nicht sein darf, bringt sie Mathilda doch in große Gefahr; die Schrecken des Krieges, der drohende Tod durch Bomben oder Verrat. Und über allem die Hoffnung.

 

Meine Meinung:

Als ihre Mutter stirbt, muss Mathilda mit den Widrigkeiten auf dem Hof schnell zurechtkommen. Ihre Kindheit wurde abrupt beendet und sie muss erkennen, dass ihre Existenz nur daraus besteht – zu arbeiten. In der Schule wird sie schikaniert und ihren Geschwister ist sie nur ein Klotz am Bein. Einzig ihr Bruder kümmert sich liebevoll um sie. Ein Lichtblick gibt es noch – der neue Reitknecht auf dem Nachbarsgestüt. Er behandelt sie wie seine kleine Schwester. Macht ihr Geschenke, tröstet sie und bringt ihr heimlich das Reiten bei. Trotz der schweren Arbeit auf dem Hof ist Mathilda glücklich. Mit den Jahren ändern sich auch die Gefühle für Karl. Aus der Schwärmerei wird Liebe. Karl hat jedoch ein Geheimnis, welches alle in Gefahr bringen kann. Karl bleibt nichts anderes übrig, als das Gestüt zu verlassen. Er meldet sich beim Wehrdienst und wird an die Front geschickt. Dort trifft er Mathildas Bruder und seine Gefühle für dessen Schwester flammen wieder auf. Er beginnt, einen Brief zu schreiben. Auch auf dem Land stehen den Familien schwere Kriegszeiten bevor. Alle tauglichen Männer sind zum Wehrdienst eingezogen, die Frauen arbeiten hart, um das Überleben zu sichern. Auf dem Gestüt werden unbedingt Reiter benötigt, damit die Pferde für den Kriegsdienst eingeritten werden. Mathilda ist eine gute Reiterin, deswegen darf sie auf dem Gestüt aushelfen. Dort trifft sie auch Karl wieder, der seinen Urlaub in der Heimat verbringt. Ihre Liebe ist ein Geheimnis, denn es wartet sonst die Todesstrafe auf sie. Aber ihre Liebe hat keine Chance – Karl wird in ein Lager geschickt.

 

Die Handlungsstränge handeln einerseits vom Leben auf dem Land, anderseits ist der Zweite Weltkrieg eine Vorlage. Beide Ereignisse sind miteinander verflochten.

Die gegenseitigen Briefe sind in Kursivschrift dargestellt. Die Kapitel beginnen mit dem Ort und einer Zeitangabe, sodass man sich gut orientieren kann. Der Text liest sich flüssig und hält den Leser bis zum Schluss in Atem. Man fiebert mit!

Die Protagonisten sind überzeugend dargestellt, ebenso die Beschreibung der Gegebenheiten.

Die anschauliche Betrachtungsweise der Historik ist klar und einprägsam. Die Fakten stimmen, denn mein Schwiegervater hat selbst auf dem Land gearbeitet und war ebenso an der Ostfront, sodass ich aus seinen Erzählungen in diese Zeitepoche einen Einblick habe.

Die Sinnlosigkeit des Krieges, die Not, der Kampf ums Überleben, aber ebenso das Wegsehen wird durch die Geschichte eine fühlbare und aufschlussreiche Bedeutung gegeben. Aber auch die Begeisterung der Soldaten für den aussichtslosen Kampf spielt eine Rolle, wie die der andersdenkenden.

 

„Hitler mochte vielleicht nur ein kleiner Mann mit einem ulkigen Bart und einem Hang zu übertriebenen Reden sein, doch es war ihm gelungen, eine ganze Generation auf seine Ziele abzurichten, sie mit seiner Ideologie zu füttern, bis sie richtig und falsch nicht mehr voneinander entscheiden konnten. Ein ganzes Volk hatte er dazu gebracht, sogar Frauen und Kinder als Feinde zu bekämpfen, nur weil sie eine andere Religion oder die falsche Hautfarbe besaßen.“

 

Diese Worte müssten jeden Menschen zu denken geben!

 

Der Titel passt, ebenso das Cover. Das Rezept für den Winterhonig gibt es wirklich.

Ich kann dieses Buch absolut empfehlen. Eine Geschichte nicht nur fürs Herz!

 

Fazit:

Eine außergewöhnliche und dramatische Geschichte, die diese Zeitepoche überragend widerspiegelt.

5  Sterne

 http://www.droemer-knaur.de/buch/8848064/winterhonig

 Verlag: Droemer-Knaur Verlag

Hardcover, Knaur HC
01.04.2016, 592 Seiten
ISBN: 978-3-426-65397-5

€ 19,99

E-Book (€17,99)

Autorin: Daniela Ohms, geboren 1978, studierte Literaturwissenschaften mit den Nebenfächern Psychologie und Geschichte. Für ihren Roman „Winterhonig“ hat Ohms sich durch die Erinnerungen ihrer Großmutter, Jahrgang 1924, inspirieren lassen, die im Paderborner Land als jüngstes Kind einer elfköpfigen Bauernfamilie aufwuchs und in ihrer Jugend die Wirren und Nöte des Zweiten Weltkrieges erlebte.
Daniela Ohms ist neben dem Schreiben in einer Literaturagentur tätig und wohnt mit ihrer Familie in Berlin.