Archiv

Palast der Schatten

Palast der SchattenKlappentext:
LIEBE, KRIEG UND KINO 1914. Ein kleines Stadtkino zur Zeit des Stummfilms. Der Filmerzähler Theo und die Kinopianistin Carla verlieben sich leidenschaftlich. Beide gehen völlig in ihrer Arbeit auf, doch ihr Glück wird überschattet von Carlas verhängnisvoller Vergangenheit. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges reißt das Paar auseinander und stellt seine Liebe auf dramatische Weise auf die Probe …

Meine Meinung:
Die Faszination des Stummfilms lässt Theo nicht los. So ist er einverstanden, als Simon ihm einen Job anbietet. Als Simon verstirbt, übernimmt er das Kino. Eines Tages sucht er einen neuen Pianisten. Als eine junge Frau sich für den Job bewirbt, bietet er ihr nicht nur den Job, sondern verliert auch sein Herz an sie. Carla greift nach dieser Chance, obwohl sie ein Geheimnis hütet, welches auch die Gegenwart überschattet. Als der Krieg beginnt, muss auch Theo in den Krieg. Carla versucht, mit einer neuen Identität ihr Leben in den Griff zu bekommen. Sie hofft auf die Rückkehr von Theo, dem sie die Ehe versprochen hat. Inzwischen hat der Krieg auch Deutschland erreicht und die Menschen stehen vor dem Elend. Als der Krieg endet, kehrt Theo gebrochen von der Front zurück.

Ein Roman, der nicht nur die Zeit des Stummfilms erläutert, sondern auch den Ersten Weltkrieg. Die Faszination der bewegenden Bilder stehen genauso im Vordergrund, wie die Schrecken des Krieges. Meine Generation kennt den Stummfilm nicht, deswegen finde ich die Darstellung der bewegenden Bilder sehr gut. Erschütternd fand ich die Darstellung des Krieges. Sehr realitätsnah hat die Autorin die Gräuel beschrieben. Nicht nur die Erlebnisse der Soldaten, sondern auch die der Menschen in der Heimat. Der einzige Minuspunkt ist das Kennenlernen von Theo und Carla. Das fand ich etwas unglaubwürdig in der damaligen Zeit, wenn sie von einem Tag auf den anderen sich nicht nur verlieben, sondern auch gleich ihrem Verlangen nachgeben.

Das Buch ist in Akten untergliedert, die aber auch mit Kapiteln unterteilt sind. Als Kriminalroman würde ich das Buch nicht einordnen, denn es erfolgt keine Aufklärung des Verbrechens. Das Cover passt zur Geschichte.

4 Sterne

http://www.gmeiner-verlag.de/

Verlag: Gmeiner-Verlag GmbH
ISBN: 978-3-8392-1461-9
Broschiert, 243 Seiten

Autorin: Dagmar Fohl studierte in Hamburg Geschichte und Romanistik, sie absolvierte aber auch eine Gesangsausbildung. Als Autorin hat sie schon mehrere Romane veröffentlicht.

Monet – Einladung nach Giverny

MonetKlappentext:
Claude Monets Garten in Giverny und seine Umgebung stellt die Inspirationsquelle für seine Landschaftsbilder dar. Diese machten ihn zu einem der wichtigsten Maler des Impressionismus. Unterhaltsam und informativ verbindet die Autorin Leben und Schaffen des Künstlers und gewährt Einblick in seine letzte Schaffensphase. Die Bildbetrachtungen werden durch Briefauszüge des Malers und Fotografien von Haus und Garten ergänzt, die zu einem eigenen Giverny-Besuch einladen.

Meine Meinung:
Schon zu Lebzeiten von Monet besuchten viele Menschen seinen Garten. Auch in der heutigen Zeit reißt der Besucherstrom nicht ab. Die Touristen verbinden ihren Besuch mit seiner Kunst und seiner Leidenschaft. Sein Garten war die Vorgabe für zahlreiche Bilder. Die Autorin hat nicht nur den Künstler vorgestellt, sondern auch seinen Garten und das Haus. Sie gibt mit jeder Zeile einen Eindruck ihn sein Leben und sein Schaffen. Sein selbst erschaffenes Paradies ist die Liebe zur Natur. Monet schöpfte nicht nur seine Kraft daraus, sondern auch seine Impressionen für seine Bilder. Seine Vorgabe – perfekt zu sein – versuchte er zu verwirklichen. Zahlreiche Bilder malte er in seinem Leben. Er arbeitete gern mit Licht und Schatten, aber es gab keine detaillierte Wiedergabe der Elemente. Seine Bilder wirken schemenhaft. Monet hatte eine visionäre Vorstellung seiner Bilder. Für uns ist er ein Impressionist. Seine Liebe gehörte nicht nur seiner Malerei, seinem Garten, sondern auch seiner späteren Ehefrau Alice Hoschede. In diesem Buch kann man Auszüge aus seinen Briefen nachlesen. Gleichzeitig hat die Autorin Zitate beigefügt und sogar einige Rezepte von ihm, denn Monet kochte gern. Sie stellt einige Werke vor und gibt sogar Tipps für die Anreise nach Giverny.
Ich frage mich, was die Autorin mehr bewunderte – den Künstler oder seinen Garten. Man kann die Bewunderung auf jeder Seite lesen.
Und eines ist mir noch aufgefallen – der Geruch des Buches! Es klingt zwar komisch, aber es stimmt! Ich schätze es liegt an dem Glanzpapier. Ein toller Druck und eine gute Darstellung des Künstlers!

5 Sterne

Verlag: Bookspot Verlag GmbH
ISBN: 978-3-937357-73-7
Gebundene Ausgabe, 131 Seiten

Autorin: Karin Sagner hat schon mehrere Bücher veröffentlicht. Sie hat Kunstgeschichte und Germanistik studiert. Karin Sagner ist eine renommierte Kunstexpertin und Kuratorin.

http://www.bookspot.de/

Wir sehen uns dort oben

Wir sehen uns dort obenKlappentext:
»Ein fantastischer Roman, verblüffend und mitreißend geschrieben« Elle
Ein großes, mit dem Prix Goncourt ausgezeichnetes Buch über Freundschaft, Rachsucht und Gier: über die zwei ungleichen Freunde Albert und Édouard, die als Opfer des machtbesessenen Offiziers Pradelle in den letzten Tagen des Ersten Weltkriegs fast zu Tode kommen. Und über eine Gesellschaft, in der tote Helden mehr zählen als die Überlebenden.
Meine Meinung:
Édouard vom Glück begünstigt, rettet im 1. Weltkrieg einen Kameraden das Leben. Dabei wurde er allerdings vom Glück verlassen, denn er kämpft um sein Leben, als ein Granatsplitter ihn schwer verletzt. Albert steht in seiner Schuld und versucht alles, dem schwer verletzten Kameraden zu helfen. Immer wieder, versucht Offizier Pradelle ihm zu schaden. Was er nicht weiß – Édouard stammt aus einer reichen Familie. Bald gibt es Édouard nicht mehr, die Familie will den Toten überführen, was Albert vor einem Konflikt stellt. Bald stellt sich heraus, dass Offizier Pradelle die Schwester von Édouard geheiratet hat und der Offizier macht ein kriminelles Geschäft mit den toten Soldaten vom Schlachtfeld. Der Betrug kommt heraus und nicht nur der gute Name der Familie steht auf dem Spiel.

Es passiert allerhand in der Geschichte. Es ist nicht nur das Leid auf dem Schlachtfeld, was der Autor nebenbei erwähnt, sondern das Leben nach dem Krieg. Wie Menschen versuchen Fuß zu fassen, um den Irrsinn zu überwinden. Die Lebensgeschichten der Protagonisten spielen eine große Rolle, die verpassten Träume und das Geschäft mit dem Tod.
Bewegend, fesselnd und überwältigend so sind die Szenen und die Protagonisten dargestellt. Man schüttelt über soviel Unverfrorenheit den Kopf, wie Menschen sich am Leid bereichern.
Dramatik, Spannung und Neugier von der ersten Seite an – bis zum Schluss. Eine wirklich einprägsame Darstellung vom Kriegsgeschehen und den Erschwernissen nach dem Krieg.
Das Cover finde ich gut gewählt, denn es könnten die Protagonisten sein.

Ein großer Frieden bereitet sich in ihm aus. Er schließt die Augen. Dann ein Unwohlsein, sein Herz hört auf zu schlagen, der Geist erlischt, er verliert sich.

Fazit: Abwechslungsreiche, interessante und aufwühlende Geschichte von den Nachkriegswirren des 1. Weltkrieges. Super – hat mir sehr gut gefallen!

5 Sterne

Roman, aus dem Französischen von Antje Peter (Orig.: Au revoir là-haut)
4. Aufl. 2014
521 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-98016-5
Verlag: Klett-Cotta-Verlag
22,95 EUR

Autor: Pierre Lemaitre, 1951 in Paris geboren, ist Autor mehrerer preisgekrönter Kriminalromane. »Wir sehen uns dort oben« wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem wichtigsten französischen Literaturpreis, dem Prix Goncourt. Der Autor lebt in Paris.

https://www.klett-cotta.de/buch/Gegenwartsliteratur/Wir_sehen_uns_dort_oben/48873