Archiv

Die Frauen am Fluss

Die Frauen am Fluss von Katherine Webb

Klappentext:

England, 1922. Zuerst stellt die Ankunft der Londonerin Irene die Ordnung des idyllischen Dorfes Slaughterford auf eine harte Probe. Kurz darauf geschieht ein brutaler Mord. Der Tote ist ein angesehener Gutsherr – und Irenes Mann. Gemeinsam mit dem Stallmädchen Pudding begibt sich Irene auf die Suche nach der Wahrheit. Die Spuren führen das ungleiche Paar tief in die angrenzenden Wälder und zu einer Liebe, die nicht sein durfte und ein ganzes Dorf schuldig werden ließ.

 

 „Vorsicht Spoiler!“

Irene hat für das dörfliche Leben keine Affinität. Aber durch ihre Heirat war sie gezwungen, sich anzupassen, was ihr äußerst schwer fiel. Zugleich machte ihr Nancy, die alte Tante von Alistair zu schaffen. Dazu war sie unglücklich verliebt und somit hatte ihre Ehe keinen guten Start. Das Unheil nahm jedoch seinen Lauf, als ihr Mann ermordet wurde. Der angebliche Täter war schnell gefasst. Seine Familie war verzweifelt, trotzdem versuchte seine Schwester Pudding alles, um ihren Bruder zu retten. Irene war zu diesem Zeitpunkt selbstquälerisch und mutlos. Erst durch Pudding und die gemeinsame Suche nach dem wirklichen Täter konnte sie eine Verbindung zu ihrem Leben herstellen.

Das junge Mädchen hatte ein Problem – sie konnte nicht reden. Für die Familie eine große Belastung, Clemmie störte es meistens nicht, bis sie sich verliebte. Viele Probleme hätten verhindert werden können, viel Leid wäre den Betroffenen erspart geblieben, wenn Clemmie sich hätte ausdrücken können.

 

Meine Meinung:

Der historische Roman hat fast 500 Seiten. Er lässt sich allerdings ohne Stocken lesen. Das Cover passt wunderbar zum Inhalt, ebenso der Titel.

Es sind Frauen, die die Hauptakteure des Geschehens sind. Dazu gibt es zwei Handlungsstränge. Beide Ereignisse sind miteinander verflochten. Der Aufbau der Geschichte ist ungewöhnlich und deshalb aus dem Rahmen fallend. Gut beschrieben ist der Alltag der Protagonisten, ebenso die Lebensbedingungen der Dorfgemeinde und deren Gemeinsamkeit.

Im Inhalt geht es um Schuld und Gewissen, die individuellen Auswirkungen des Ersten Weltkrieges, Aberglauben und Mord. Natürlich geht es auch um Liebe, die eine Einwirkung auf das Geschehen hat.

Die Protagonisten passen zwar mit ihren Charakteren überein, aber gelungen finde ich sie nicht ganz. Irene ist mir einfach zu blutarm. Auch der Wandel zum Schluss macht sie nicht interessanter. Pudding ist das ganze Gegenteil, dem ungeachtet eine weibliche Person und dazugehört sie zur Unterschicht. Sie könnte zu der damaligen Zeit gar nicht so die Initiative ergreifen. Auch die Freundschaft zwischen den Frauen ist nicht überzeugend, da die Standesunterschiede zu groß sind.

Beachtenswert finde ich das Ambiente und die Atmosphäre. Vollkommend überzeugend!

Der Spannungsaufbau wird immer besser, denn es gibt eine Wendung des Geschehens.

Trotz ein paar Unklarheiten hat mir die Geschichte gefallen. Gerade das Geschehen um Clemmie. Deswegen gibt es 4 Sterne von mir.

 

 

Fazit:

Ein behutsamer Frauenroman, der historisch gut betrachtet werden kann. Handlung und Hergang ist interessant und etwas traurig.

 

4 Sterne

 

Eine Leseprobe gibt es hier:

https://www.randomhouse.de/Buch/Die-Frauen-am-Fluss/Katherine-Webb/Diana/e532631.rhd#biblios

 

Originaltitel: The Hiding Places
Originalverlag: Orion

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 496 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-453-29207-9

€ 20,00 [D]

Verlag: Diana

 

 

Autorin: Katherine Webb, geboren 1977, studierte Geschichte an der Durham University und arbeitete mehrere Jahre als Wirtschafterin auf herrschaftlichen Anwesen. Nach ihrem großen internationalen Erfolgsdebüt »Das geheime Vermächtnis« folgten die Romane »Das Haus der vergessenen Träume«, »Das verborgene Lied«, »Das fremde Mädchen« und »Italienische Nächte«, die allesamt SPIEGEL-Bestseller wurden. Nach längeren Aufenthalten in London und Venedig lebt die Autorin heute in der Nähe von Bath, England.

 

Übersetzung: Babette Schröder

Advertisements

Sommersturm über Cornwall

Sommersturm ueber Cornwall von Louisa Leaman

Klappentext:

Nina Munroe ist eine Karrierefrau mit einem attraktiven Verlobten und einer exakt geplanten Zukunft. Bis der Tod ihres Vaters alles verändert: Bei der Testamentseröffnung erfährt Nina, dass ihre Eltern ein Strandhaus an der Küste von Cornwall besaßen, das sie nun erbt: Snare Cove. Als sie das Cottage besucht, entdeckt Nina, dass das Haus den Schlüssel zu einem Geheimnis birgt, das mit dem frühen Tod ihrer Mutter zu tun hat. Unterstützt von dem Lebenskünstler Danny kommt sie allmählich ihrer Familiengeschichte auf die Spur. Nina ahnt allerdings nicht, welche Geister der Vergangenheit sie mit ihren Nachforschungen geweckt hat …

 

„Vorsicht Spoiler!“

Nina ist mit ihren Hochzeitsvorbereitungen beschäftigt, als ihr Vater verstirbt. Bei der Testamentseröffnung stutzt sie, als er ihr ein Strandhaus in Cornwall vererbt. Sie hatte noch nie guten Kontakt mit ihrem Vater, deswegen hatte sie mit einer Zuwendung nicht gerechnet. Nina fährt nach Cornwall, um sich das Anwesen anzusehen. Dort muss sie allerdings feststellen, dass das Haus vollkommen verwahrlost ist. Dazu soll es spuken, was mehr der Alleinlage geschuldet ist. Nina möchte eigentlich nur eins, und zwar mehr Informationen über ihre verstorbene Mutter. Aber je mehr sie fragt, desto mehr Unbehagen kommt auf sie zu. Wäre da nicht Danny, der sie unterstützt, würde sie kampflos abreisen. Zumindest muss sie ihr Leben überdenken. Was ist ihr wichtig?

 

Meine Meinung:

Eine tolle Geschichte, die mehrere Faktoren miteinander verbindet. Einmal die Werte des Lebens, dann die Bewältigung der Vergangenheit und ein Neuanfang.

Überwältigend sind auch die Bilder im Kopf, die die Autorin erzeugt. Nicht nur das wilde Cornwall, sondern auch die Beschreibung der Strandräuber oder das Leben in London. Die jeweilige Atmosphäre ist wirklich gut eingefangen und die Darstellung der Umgebung ebenso.

Es gibt einige Wendungen in der Geschichte, aber das Geschehen ist auch verbunden mit Realität und ein bisschen Mystik. Das Geschehen lässt sich flüssig lesen und ist wirklich spannend bis zum Schluss.

Die Charaktere passen den Protagonisten gut. Nina, die nicht weiß, was sie eigentlich will. Danny, der mit Leichtigkeit durch das Leben geht. Aber auch Jake, der sich vom mittellosen Studenten zum Prunksüchtigen gemausert hat. Macht Geld glücklich?

Das Cover ist faszinierend, so rätselhaft wie die Geschichte.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, denn sie beinhaltet mehrere Facetten. Dafür gibt es von mir 5 Sterne.

 

Fazit:

Mysteriös und dramatisch ist das Geschehen. Hervorragende Darstellung der Atmosphäre und des Lebensbereiches, daraus resultiert die Dynamik der Ereignisse.

 

5 Sterne

 

Einen Blick in das Buch gibt es hier:

https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Sommersturm-ueber-Cornwall/Louisa-Leaman/Goldmann-TB/e511988.rhd#info

 

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Originaltitel: Last Night I Dreamt of You

Taschenbuch, Broschur, 352 Seiten, 11,8 x 18,7 cm

ISBN: 978-3-442-48649-6

€ 10,00 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Goldmann

NEU
Erschienen:  21.05.2018

 

Autorin: Louisa Leaman hat bereits diverse Kinderbücher sowie Elternratgeber verfasst, bevor sie mit »Sommersturm über Cornwall« ihren ersten Roman schrieb. Sie arbeitet als Lehrerin und Verhaltenstherapeutin, ihre Artikel zu Erziehungsfragen sind u.a. im Guardian, Observer, Independent und in der Times erschienen. Louisa Leaman lebt in London.

Übersetzung: Marie-Luise Bezzenberger

 

 

Tage am Meer

Tage am Meer

Klappentext:

Eine sanfte Meeresbrise, lange Spaziergänge am Strand und gutes Essen – das ist genau das, was Olivia und ihr Mann Nick nach anstrengenden Wochen in New York brauchen. Die Einladung ihrer wohlhabenden Freunde zu einem gemeinsamen Urlaub auf Mallorca kommt daher wie gerufen. Insgeheim hofft Olivia außerdem, im Urlaub neue Aufträge als Innenarchitektin an Land zu ziehen. Denn sie und ihr Mann sind pleite, was sie Nick bisher verschwiegen hat. Dabei schwärmt der doch bereits davon, bald in ihrem neuen Strandhaus auf Sullivan’s Island an der Küste South Carolinas den Ruhestand genießen zu wollen. Als alte Konflikte die Urlaubs-Idylle auf Mallorca bedrohen, kann auch Olivia ihr Geheimnis nicht länger vor Nick verbergen.

„Gehen Sie an den Strand, tragen Sie Sonnencreme auf und stürzen Sie sich ins Lesevergnügen!“ – Booklist

 

„Vorsicht Spoiler!“

Olivia arbeitet als Innenarchitektin, bisher sehr erfolgreich. Aber jetzt hatte sie finanzielle Probleme und muss es ihrem Ehemann erzählen. Freilich hatte sie bisher den Zeitpunkt dafür für ungeeignet gehalten. Dazu steht gerade der Umzug von New York nach Charleston vor der Türe. Die Einladung auf eine Insel kam ihr gerade Recht. Reiche Freunde sollte man auch nicht vor dem Kopf stoßen, denn sie sind in ihrem Wirkungsbereich wichtig. Dazu die Offerte zur Hochzeit deren Sohnes. Aber die Traumhochzeit war eine Katastrophe. Obendrein hat ihr Mann Nick ausgerechnet jetzt von den Zahlungsschwierigkeiten erfahren. Ein einziges Desaster, aber Olivia muss erkennen, dass Freundschaft ihre Bedeutung hat.

 

Meine Meinung:

Natürlich kann man nur neidvoll davon lesen, wie Reiche sich ihren Urlaub gönnen. Aber auch sie haben ihre Probleme. Zwar ganz anderer Art, aber nicht belanglos.

Liebe, Heuchelei. Gier, Wut und Maskerade sind in der Geschichte gut umgesetzt. Stellenweise schmunzelt man, manchmal schüttelt man den Kopf. Die Atmosphäre und das Ambiente sind gut dargestellt. Man kann sich die Gegebenheit aber ebenso die Protagonisten bildlich vorstellen. Olivia ist zwar die Hauptperson in der Geschichte, aber Maritza gefällt mir ebenso. Sie ist vollkommend unterschätzt. Von Bob hatte ich anfangs eine schlechte Meinung, die ich aber dann revidierte.

Tage am Meer ist eine Geschichte, wo die Lebensart von vermögenden Menschen dargestellt wird. Man bekommt durch das Buch einen Einblick in eine Lebensführung, die man nicht kennt. Natürlich geht das Ganze nicht ohne Maskerade über die Bühne.

Das Geschehen lässt sich flüssig lesen. Das Cover passt zum Titel.

Mir persönlich hat die Geschichte gefallen. Sie war durch gewisse Umstände und Personen nicht langweilig. Das Geschehen war unterhaltsam. Ich würde sagen, ein guter Roman zum Abschalten.

 

Fazit:

Der Roman ist unterhaltsam und hat ausführliche Schilderungen und Charakteristiken.

 

4 Sterne

 

Hier könnt ihr im Buch blättern: https://www.droemer-knaur.de/buch/9558369/tage-am-meer

 

Taschenbuch, Knaur TB
02.05.2018, 416 Seiten

ISBN: 978-3-426-52122-9

9,99 €

 

Autorin: Dorothea Benton Frank ist auf Sullivan’s Island, South Carolina, aufgewachsen und lebt in New York. Sie hat in den USA bereits achtzehn Romane veröffentlicht, von denen viele unter die Top Ten der New York Times-Bestsellerliste kamen und in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Mit Tage am Meer erscheint erstmals einer ihrer Romane auf Deutsch.

 

Übersetzung: Sonja Rebernik-Heidegger

 

 

 

Eine Liebe in Apulien

Eine Liebe in Apulien

Klappentext:

Der silbrige Glanz des Olivenbaumes vor dem alten Haus, der Duft der Bougainvillea, die Hitze des Südens. Gern denkt Viola an die Sommer, die sie in Apulien bei ihrer Großmutter Adele verbracht hat. Nun fährt sie aus einem traurigen Anlass zurück nach Süditalien. Adele ist gestorben. Der zweite Schock für Viola: Sie erbt das etwas heruntergekommene Anwesen. An das Erbe ist jedoch eine Aufgabe geknüpft. Eine Aufgabe, die Violas Leben verändern wird.

 

„Vorsicht Spoiler!“

Viola ist traurig, als sie nach Italien reist. Ihre Großmutter ist verstorben und sie verlebt die letzten Tage in diesem Anwesen. Umso erstaunter ist sie, als sie diesen Grundbesitz erbt. Jedoch wird sie damit vor schwierigen Aufgaben gestellt. Sie muss nicht nur den heruntergekommenen Hof unterhalten, sondern hat auch noch eine Verantwortung, der darauf lebenden Menschen. Als sie sich endlich entschließt zu bleiben und das Anwesen in ein Hotel umzuwandeln, fangen die Schwierigkeiten an. Jede Menge Hindernisse erschweren das Bleiben. Viola kennt keinen Grund dafür, dann bekommt sie ein lukratives Angebot.  Als ihre beste Freundin bei einem Anschlag schwer verletzt wird, will Viola aufgeben.

 

 

 Meine Meinung:

Das Cover gibt einen wunderbaren Blick in den Süden. Schon allein deswegen hat mich das Buch gereizt. Dazu der Klappentext und schon ist man mit den Gedanken im Süden.

Die Geschichte hat ihre Anziehungskraft aber nicht nur die magische Wirkung des Südens zu verdanken, sondern hauptsächlich der Protagonisten. Natürlich spielt die Umgebung eine große Rolle, aber die Szene wird durch die zentralen Personen gefestigt. Mir gefällt Viola, sie lässt sich nicht unterkriegen und kämpft. Sie hat nichts zu verlieren, aber zu gewinnen. Carmela fand ich unsympathisch und der Charakter passte gut mit ihrer Rolle überein. Aris dagegen war sehr ansprechend und ich habe ihn für seine Loyalität bewundert.

Natürlich gibt es im Geschehen ein paar Effekte, wo ich nicht damit gerechnet hatte. Am Anfang war die Geschichte vorhersehbar, aber das hat sich im Laufe des Geschehens geändert.

Die Geschichte lässt sich flüssig lesen und der Fortgang ist auch gefühlvoll und sogar vereinzelt dramatisch.

Manchmal fehlte mir jedoch die Verbindung. Warum Rinaldi sich gegen seine Frau stellt, die Struktur passt nicht zu seiner Darstellung. Gut finde ich wiederum, dass der Aspekt von Tourismus und die Vermarktung gut hervorgehoben wurden, ist. Da denkt kein Tourist daran, dass hinter einem Neubau ein Verlust steckt.

Aber ansonsten ist es ein entspannender Frauenroman, der zerstreut und unterhält. Dazu gibt Italien einen Aspekt mit sehnsüchtiger Wirkung. Wer würde da schon nicht hinziehen.

 

Fazit:

Unterhaltender Frauenroman, der Lust auf den Süden macht.

 

4 Sterne

 

Eine Leseprobe gibt es hier: https://www.harpercollins.de/mira/eine-liebe-in-apulien

 

Verlag: mtb Verlag

ISBN: 9783956497971

Taschenbuch, 352 Seiten

9,99 € (D)

 

Autorin: Sabrina Grementieri wurde in Imola, in der Nähe von Bologna, geboren und hat ein Jahr in Leipzig studiert und in Weimar ihre Magisterarbeit geschrieben. Sie ist Ehefrau, Mutter von zwei Kindern und schreibt bereits an ihrem nächsten Roman.

 

Übersetzung: Katharina Schmidt und Barbara Neeb

 

 

Sterne über dem Meer

Sterne über dem Meer

Klappentext:

Als Victoria Camber das Büro ihrer kranken Mutter in Bristol ausräumt, bringt der Fund eines Briefes sie auf die Spur eines Familiengeheimnisses und der dramatischen Lebensgeschichte einer ihr unbekannten Frau. Nordengland 1874: Endlich ist Agnes Resolute volljährig und darf das Findelhaus, in dem sie aufgewachsen ist, verlassen. Vor ihrer Abreise erfährt sie, dass ihr als Baby ein Andenken mitgegeben wurde – ein Knopf mit einem Einhorn. Agnes glaubt zu wissen, wem der Knopf gehörte: Genevieve Breakby, der Tochter einer noblen Familie. Doch diese hat England mittlerweile Richtung Australien verlassen. Und so begibt sich Agnes auf Suche nach ihrer Mutter und eine ungewisse Reise …

 

 „Vorsicht Spoiler!“

Ausgerechnet ihre Mutter, eine Professorin für Geschichte, ist an Demenz erkrankt. Victoria wohnt inzwischen in Australien und ist auf Besuch. Es fällt ihr schwer, ihre Mutter so zu sehen. Trotzdem muss sie Vorkehrungen treffen, damit ihre Mutter gut versorgt ist. Beim Sortieren der Überreste aus ihrem Büro fallen ihr Briefe in die Hände. Sie ist fasziniert von dem Inhalt und begibt sich mit den Zeilen auf eine Zeitreise.

Agnes kann endlich das Waisenhaus verlassen, indem sie aufgewachsen ist. Sie hat ein Ziel, und zwar möchte sie ihre Mutter kennenlernen. Ein Knopf ist der Anhaltspunkt, sie ist fasziniert von dem Gedanken und lässt nichts unversucht, um endlich ihre Herkunft zu klären. Keine Arbeit, keine Reise ist ihr zu viel, um endlich Klarheit zu bekommen. Als sie endlich in Australien die Bekanntschaft mit ihrer vermeintlichen Mutter macht, muss sie feststellen, dass sie einer falschen Spur gefolgt ist.

Das ist eine Kurzzusammenfassung, denn das Buch hat über 500 Seiten.

  

Meine Meinung:

Es sind zwei Erzählstränge in dieser Geschichte vorhanden. Einmal das Hier und Heute und dann das Gestern. Die Autorin hat die Geschichten gut eingebunden, einmal die Gegenwart und dann der historische Baustein. Sie gehören aber nicht zusammen. Beide Geschichten sind andersgeartet. Der historische Bestandteil ist auch viel umfassender und nimmt die bedeutsamste Stellung ein. Eigentlich schade, dass von der Gegenwart zu wenig vorhanden ist. Da hätte ich mir mehr gewünscht, denn Demenz ist ein sehr wesentliches Thema in der heutigen Zeit.

Das Geschehen ist in Kapitel angelegt. Der überlieferte Brief ist in Kursivschrift. Der Ablauf lässt sich flüssig lesen und die Neugier auf das Geschehen lässt nicht nach.

Die Protagonisten passen mit ihren Charakteren gut zum Werdegang. Gerade Agnes gefällt mir gut. Sie ist zwar eigensinnig, aber auch waagemutig. Für die damalige Zeit weit voraus. Ich kann sie durchaus verstehen, wenn Sie gerne ihre Herkunft erfahren möchte. Ebenfalls ist das Umfeld gut beschrieben. Es ist eine Mischung aus Familienroman, etwas Abenteuer und die Suche nach sich selbst.

Das Cover finde ich gelungen, ebenso die Innenklappen, obwohl der Inhalt nichts damit zu tun hat.

Mir hat das Buch gefallen, deswegen gibt es 4 Sterne von mir.

 

Fazit:

Beide Handlungsstränge handeln von charaktervollen Frauen, die auf der Suche nach sich selbst sind.

4 Sterne

 

Einen Blick in das Buch gibt es hier:

https://www.randomhouse.de/Paperback/Sterne-ueber-dem-Meer/Kimberley-Freeman/Goldmann/e536004.rhd

 

Originaltitel: Stars Across the Ocean
Originalverlag: Hachette Australia

Paperback, Klappenbroschur, 512 Seiten, 13,5 x 20,6 cm

ISBN: 978-3-442-20547-9

€ 12,99 [D]

Verlag: Goldmann

NEU
Erschienen:  19.03.2018

 

Autorin: Kimberley Freeman wurde in London geboren, kam aber als Kind nach Australien, wo sie auch heute noch lebt. Die mehrfach preisgekrönte Autorin von Jugendbüchern, historischen Romanen und großen Frauensagas, die auch unter ihrem richtigen Namen Kim Wilkins und dem Pseudonym Kimberley Wilkins veröffentlicht, hat an der Universität von Queensland promoviert, wo sie Literatur unterrichtet.

 

Übersetzung: Andrea Brandl

 

 

Ich treffe dich zwischen den Zeilen

Ich treffe dich zwischen den Zeilen

Klappentext:

Manchmal kann ein Buch dein Leben für immer verändern.

Mit Piercings und tiefschwarz gefärbten Haaren versucht Loveday, die Welt von sich fern zu halten. Sie ist ein wahrer Büchernarr, umgibt sich lieber mit Literatur als mit Menschen und trägt die Anfangssätze ihrer Lieblingsromane als Tattoos auf dem Körper. Wirklich wohl fühlt sie sich nur in Archies Antiquariat. Der alte Mann hat ihr nicht nur einen Job gegeben, er akzeptiert sie vor allem, ohne Fragen zu stellen. Als Loveday Nathan kennenlernt, scheint ihre Welt heller zu werden: Er nimmt sie mit zu einem Poetry-Slam, und die Gedichte öffnen beiden einen Weg, sich die Dinge mitzuteilen, für die ihnen sonst die Worte fehlen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine zarte Liebe. Doch dann werden im Antiquariat Bücher für Loveday abgegeben, die sie zurück in ihre Kindheit führen und schmerzhafte Erinnerungen an eine Familientragödie wecken, die sie nur zu gerne weiter verdrängt hätte. Kann sie mit Archies und Nathans Hilfe endlich mit der Vergangenheit Frieden schließen und über die Ereignisse hinwegkommen, die ihr Leben so sehr erschüttert haben?

 

„Vorsicht Spoiler!“

Mitten auf dem Gehsteig liegt ein Buch. Loveday schmerzt dies, denn Bücher sind ihr Leben. Sie hebt es auf und nimmt es mit in die Buchhandlung, in der sie arbeitet. Sie klebte einen Zettel an das Fenster – gefunden …! Eines Tages stand ein junger Mann vor ihr, um das Buch abzuholen. Ein Faltblatt steckte im Briefkasten – Einladung zu einem Poetry-Slam. Loveday wusste, dass es Nathan hinterlassen hatte. Eine Kiste alter Bücher bedrückte ihr Gewissen, denn viele Erinnerungen stürzten über sie herein. Rob, ihr Exfreund, belästigte sie wieder, als sie den Laden verlassen wollte. Daraufhin eilte sie zu diesem Lyrikabend, der ihr Leben durcheinanderbrachte. Von diesem Moment an ging alles Drunter und Drüber, denn die Ruhe in ihrem Leben gab es nicht mehr. Ihr Leben wurde auf dem Kopf gestellt, indem schmerzhafte Erinnerungen sie einholen und qualvolle Momente in ihrem neuen Leben auftauchen.

 

Meine Meinung:

„Ein Buch ist ein Streichholz im schwelenden Augenblick zwischen Anreißen und Aufflackern der Flamme.“

So beginnt die Geschichte einer jungen Frau, die versucht von anderen Menschen Abstand zu halten.

Mit Loveday hat die Autorin eine Protagonistin geschaffen, die man nicht abwägen kann. Sie meidet Menschen und liebt Bücher. Sie ist keine Vorzeigelady, denn sie hat Tattoos, Piercings und kleidet sich nicht nach der Mode. Durch ihr Aussehen und ihre Art rebelliert sie.

Sie versucht alles, um unbedeutend zu sein, sie versteckt sich hinter Büchern, nur um die Erinnerung nicht aufleben zu lassen. Erst ein junger Mann und alte Bücher reißen die Wunde auf und die Protagonistin muss sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen.

Nathan ist ein Dichter, aber hat auch seine Eigenarten. Er ist ok, aber er ist nicht außergewöhnlich.

Toll finde ich von den Protagonisten Archie, der nichts auf das Aussehen gibt, sondern hinter die Fassade schaut. Seine Eigenarten und sein Charakter sind gut gewählt und glaubhaft. Ihn finde ich sehr sympathisch und überzeugend.

Gut beschrieben ist auch das Umfeld, wie z. B., die Buchhandlung.

Es gibt zwei Handlungsstränge – einmal die Vergangenheit und dann die Gegenwart von Loveday.

Der Roman ist kein Liebesroman in dem Herzen schmelzen, sondern hat ein ernstes Thema, welches gut umgesetzt ist. Auch Gedichte im Poetry-Slam sind vorhanden.

Die Geschichte ist bewegend, aber auch gleichzeitig etwas beunruhigend. Es zeigt auf, was passieren kann, wenn Menschen aus der Verankerung geraten. Wie der Strudel dann alle erfasst und wie die Auswirkungen sind.

Das Cover passt, der Titel ebenso. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen und ist in Abschnitten angelegt. Der Auftakt des jeweiligen Bereiches ist betitelt, mit einem Zeitpunkt versehen und kleinen Grafiken auf dieser Seite. Finde ich originell.

Den Anfang fand ich etwas langatmig, aber das Geschehen wurde immer interessanter. Eine bewegende Geschichte über das Auseinanderbrechen einer intakten Familie.

 

Fazit:

Die Geschichte ist aufschlussreich, berührend und bedeutsam. Traumatische Erlebnisse einer Kindheit sind überzeugend dargestellt, ebenso die Auswirkungen im Erwachsenenalter.

 

4 Sterne

 

Verlag: Knaur TB

Klappenbroschur,
02.10.2017, 320 Seiten
ISBN: 978-3-426-52075-8

€ 9,99 (D)

Eine Leseprobe gibt es hier:

https://www.droemer-knaur.de/buch/9375878/ich-treffe-dich-zwischen-den-zeilen

 

Autorin: Wenn Stephanie Butland nicht gerade in ihrem Gartenatelier ist und Romane schreibt, arbeitet sie als Coach und Motivationstrainerin und hilft Menschen, kreative Lösungsansätze zu finden. In ihrer Freizeit liest, backt und strickt sie gern. Außerdem tritt sie gelegentlich bei Poetry-Performances auf. Zusammen mit ihrer Familie lebt sie im Nordosten Englands.

 

Übersetzung: Maria Hochsieder

 

Link: https://www.droemer-knaur.de/home

Vor der Wahrheit

Vor der Wahrheit

Klappentext:

30 Tage bis zum Tod …

Strafverteidiger Jack Swyteck ist in Florida bekannt als Experte für die schwierigsten Fälle aus dem Todestrakt. Auch Dylan Reeves ist einer von ihnen: eine Siebzehnjährige wird vermisst, und ihre letzten Spuren finden sich in Reeves’ Auto. Doch dann wird Swyteck von der Mutter der Vermissten kontaktiert, die behauptet, ihre Tochter habe sie angerufen. Jack bleiben nun dreißig Tage, um die Vollstreckung des Todesurteils zu verhindern …

 

 „Vorsicht Spoiler!“

Eigentlich wollte Jack nie wieder einen Todeskandidaten vertreten, aber noch kein einziges Mal hatte ein Angehöriger eines Opfers ihn darum gebeten, den Fall wieder aufzunehmen. Die Mutter war der Meinung, dass ihre Tochter noch lebt und kein Unschuldiger hingerichtet werden sollte. Viel Zeit blieb nicht mehr, den Dylan Reeves saß schon in der Todeszelle. Die Beweislast war erdrückend, außerdem könnte der angebliche Anruf der Tochter eine Illusion sein. Da eine Leiche nie gefunden wurde, versuchte Jack Zeit zu erzielen, um sich den Fall anzusehen. Aber auch dies war ein hoffnungsloses Unterfangen, alles arbeitete gegen sie. Außerdem war seine Frau schwanger und ihre Beschwerden wurden lebensbedrohlich für sie und den Fötus. Jack versuchte alles, um das Leben des Mannes zu retten, aber immer mehr Hinweise wuchsen zu einer unbehaglichen Situation. Die Zeit lief ab, für den Todeskandidaten und auch für die Schwangerschaft seiner Frau.

„Was ist in Karton neun?“ Hannahs Brillengläser verdunkelten sich, als sie aus der Werkstatt heraus und ins Sonnenlicht trat. „Das Geständnis deines unschuldigen Mandanten“, sagte sie.

Das ist eine Kurzzusammenfassung, denn das Buch hat immerhin über 400 Seiten.

 

Meine Meinung:

Als ich das Buch in den Händen hielt, dachte ich nur – wieder ein Schmöker über Anwälte. Vollkommen lustlos habe ich angefangen zu lesen, aber ich muss zugeben, dass die Geschichte immer besser wurde.

Anschaulich sind die Begebenheiten wiedergegeben, ebenso die Geschehnisse und der Lebensbereich. Mit den Protagonisten hat der Autor eine gute Wahl getroffen. Sie sind überzeugend und authentisch.

Die Geschichte wurde immer packender und es gibt einige Wendungen, auf die man gar nicht gefasst war. Hervorragend kann ich nur sagen, das Buch hat mich überzeugt.

Das Cover ist etwas nichtssagend, aber davon sollte man sich nicht abhalten lassen, das Buch zu lesen. Ihr werdet es nicht bereuen. Die Geschichte ist in Kapiteln angelegt und lässt sich flüssig lesen. Der Spannungsbogen ist bis zum Schluss hoch.

Auf dem Cover steht zwar Thriller, aber ich finde, dass es eine Mischung zwischen Tragödie und Thriller ist. Psychologische Betrachtungsweisen spielen eine große Rolle, aber ebenso die Atmosphäre im Gericht und in der Todeszelle. Da der Autor als Strafverteidiger gearbeitet hat, konnte er plausibel die Faktoren darstellen.

Es ist zwar eine Reihe, aber die Geschichte ist abgeschlossen und dementsprechend kann man einfach in diese Folge einsteigen.

 

Fazit:

Unvorhersehbare Ereignisse, fesselndes Ambiente und überzeugende Protagonisten machen dieses Buch zu einem wahren Lesevergnügen.

 

5 Sterne

 

Eine Leseprobe gibt es hier:

https://www.harpercollins.de/buecher/krimis-thriller/vor-der-wahrheit

 

Verlag: Harper Collins Verlag

ISBN: 9783959670838

TB, 448 Seiten

12,99 € (D)

 

Autor: James Grippando ist Autor diverser New York Times-Bestseller. Cash Landing – Der Preis des Geldes ist sein dreiundzwanzigstes Buch. James Grippando arbeitete zwölf Jahre als Strafverteidiger bevor sein erstes Buch Im Namen des Gesetzes 1994 veröffentlicht wurde und ist weiterhin als Berater für eine Kanzlei tätig. Er lebt im Süden Floridas mit seiner Frau, drei Kindern und einem Golden Retriever namens Max, der nicht weiß, dass er ein Hund ist.

 

Übersetzung: Marco Mewes

 

Link:          https://www.harpercollins.de/