Die Stunde unserer Mütter

Die Stunde unserer Mütter

Klappentext:

Im Mittelpunkt stehen Maria und Vivien, die einander nie besonders sympathisch waren – und jetzt eine Schicksalsgemeinschaft bilden, aus der nach und nach tiefe Freundschaft entsteht.
Dabei sind die beiden Frauen denkbar unterschiedlich: Während Maria, die ihren Mann, den Forstbeamten Werner, gegen den Willen ihrer Familie heiratete, mittlerweile an ihrer Ehe zweifelt, schmerzt die Engländerin Vivien jede Minute der erzwungenen Trennung von ihrem Mann Philipp. Maria ringt bei jedem Feldpostbrief Werners mit sich, die Distanz, die zwischen ihnen entstanden ist, zu durchbrechen und ihm ein paar liebevolle Worte zu schreiben. Vivien dagegen, die nur deshalb in der Kleinstadt vor den Toren Münchens Zuflucht gesucht hat, um ihren Mann, der im Widerstand tätig ist, nicht zu gefährden, wartet nur auf ein Zeichen, um zu ihm zurückzukehren. Während Maria zu ihrer verträumten Tochter Anna nur schwer Zugang findet, sind Vivien und ihre Tochter Antonia einander sehr ähnlich.
Doch je schmerzhafter die täglichen Einschränkungen werden, je näher der Krieg ihnen kommt und je größer die Gefahren von Denunziation und Anfeindungen werden, desto enger rücken die beiden Frauen zusammen …

 

„Vorsicht Spoiler!“

Maria wohnt mit ihrer Tochter allein, denn ihr Mann ist Offizier der Wehrmacht und befindet sich für das Deutsche Reich im Krieg. Zur Unterstützung hat sie Nadja, eine Russin, als Dienstmädchen. Für Sie und ihre Tochter ist sie aber mehr. Dann bittet ihr Bruder sie um Unterstützung. Sie soll seine Frau Vivien mit der Tochter bei sich aufnehmen. Sie ist Engländerin und er hat Angst um seine Lieben, da er sich heimlich für Juden einsetzt.

Die beiden Frauen und ihre Töchter könnten nicht unterschiedlicher sein, aber in der Not rücken sie enger zusammen. Als Nadja von der Gestapo abgeholt wird, setzen sie sich für die Frauen im Lager ein. Sie wissen, es ist gefährlich, aber der Wille, etwas zu unternehmen, ist größer. Der Krieg ist nicht nur an der Front anzutreffen. Sie müssen miterleben, wie Menschen verschleppt, getötet und gedemütigt werden. Im Laufe der Jahre erleben nicht nur die Frauen ihre Tragödien, sondern auch die Töchter. Als der Krieg endet, müssen die Frauen ihren eigenen Weg finden, dabei werden sie ungewollt zu Heldinnen.

„Plötzlich ertönte eine Sirene, Tumult entstand an den Baracken, Männer, mit Gewehren bewaffnet, schwärmten aus, und die Hunde, die sie mit sich führten, bellten und zerrten an ihrer Leine. Die Männer kamen schnell näher, griffen nach der mageren Frau, die in die Knie brach, doch sie wurde hochgezerrt und weggeschleift.“

 

Meine Meinung:

Die Autorin hat eine Geschichte geschrieben, die den Krieg im eigenen Land erzählt. Wie die Bewohner den Alltag in dieser Zeit erleben, die Hilfslosigkeit und die allgegenwärtige Bedrohung nicht nur durch die Gestapo, sondern von Menschen, die sie kennen. Es ist kein Erleben an der Front, sondern die Chronik der Frauen und Kinder, die ebenso Opfer sind.

Das Geschehen stellt nicht nur die Aussichtslosigkeit und Verzweiflung dar, sondern auch die Hoffnung auf Besserung. Die entsprechende Situation ist sehr gut beschrieben, ebenso die Protagonisten. Die Frauen sind einfühlsam, müssen aber Stärke beweisen. Sie versuchen zu überleben, ermutigen sich gegenseitig trotz ihrer Ungläubigkeit der Anarchie gegenüber.

Wie aus Kameradschaft Freundschaft entsteht, wie sie ihre Ängste besiegen und die Courage und Entschlossenheit wächst. Ebenso gut dargestellt sind die Töchter. Sie versuchen, trotz der Kriegswirren ein individuelles Leben zu führen.

Die Geschichte verwendet auch private Einflüsse, denn die Autorin hat authentische Erzählungen ihrer Familienangehörigen einfliesen lassen. Dies war sicherlich nicht leicht, ist ihr aber super gelungen.

Das Geschehen ist in 2 Teilen und in Kapiteln angelegt, dargestellt mit Untertiteln, sodass man nicht den Überblick verlieren kann. Das Cover spiegelt das Zeitgeschehen wieder, ebenso der Titel, der wunderbar zur Geschichte passt.

Der Werdegang verliert nicht an Spannung, die Bedrohung ist mit jeder Zeile spürbar. Aber gleichzeitig steigert das Geschehen die Erwartung auf ein finales Ende.

Ich kann das Buch wirklich empfehlen, denn es ist anteilnehmend, glaubwürdig und ausdrucksstark.

 

Fazit:

Eine bewegende und dramatische Geschichte, aus einer bedrückenden Zeit der deutschen Geschichte. Eindrucksvoll wiedergegeben und Substanz für einen guten Film.

 

5 Sterne

 

Verlag: Droemer Knaur

ISBN: 978-3-426-51607-2

Taschenbuch: 320 Seiten

€ 9,99 (D)

 https://www.droemer-knaur.de/buch/7982516/die-stunde-unserer-muetter

 

 Autorin: Katja Maybach war bereits als Kind eine echte „Suchtleserin“, was beinahe automatisch zum eigenen Schreiben führte. Schon mit zwölf Jahren schrieb sie ihren ersten Roman und einige Kurzgeschichten. Doch sie hatte immer schon eine zweite Leidenschaft: die Mode. Und so gewann sie mit fünfzehn Jahren den Designerpreis einer großen deutschen Frauenzeitschrift für den Entwurf eines Abendkleides. Mit siebzehn ging sie nach Paris und wurde zuerst Model in einem Couture Haus, später eine erfolgreiche Designerin.
Nach einer schweren Krankheit begann sie erfolgreich, Romane zu schreiben. Bereits ihr Debüt-Roman „Eine Nacht im November“ war ein großer Erfolg und wurde in Frankreich ein Bestseller. Heute lebt die Autorin in München, sie hat zwei erwachsene Kinder.

 

https://www.droemer-knaur.de/home

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