Tage zwischen Ebbe und Flut

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Klappentext:

Felix ist 70 Jahre alt. Er spricht aus, was niemand zu sagen wagt, und tut, was sonst niemand tun würde. Seine Erinnerungen sind wie Wellen in seinem Kopf, wogend, nicht festzuhalten. Denn Felix hat Alzheimer.
Um ihm einen Herzenswunsch zu erfüllen, machen seine Ehefrau Ellen, seine Tochter Judith und seine Enkelin Fabienne mit ihm eine Kreuzfahrt. Doch während Felix die Reise als wunderbares Abenteuer erlebt, wird für die drei Frauen die Seereise zu einer Seelenreise durch schwere Gewässer, aber mit Kurs auf sonnige Gefilde.

 

Vorsicht Spoiler!

Ausgerechnet an seinem Geburtstag lässt sein Kopf in im Stich. Felix flüchtet, um den Gästen zu entfliehen. Seine Tochter kann mit der Situation nicht umgehen, denn sie vermisst ihren Vater von einst. Gleichzeitig ist Judith von dem Umgang der Mutter mit ihrem Vater entsetzt. Judith hat ein schlechtes Gewissen, deswegen willigt sie ein, den größten Wunsch ihres Vaters zu erfüllen – eine Schiffsreise. Durch gewisse Umstände sind nicht nur ihre Eltern dabei, sondern auch ihre Nichte. Der Familienurlaub auf dem Schiff ähnelt einer Sprengladung, nicht vorprogrammiert, wann diese hochgeht.

 

Meine Meinung:

Als ich das Buch erhalten habe, war ich nicht begeistert. Eine Geschichte über Alzheimer wollte ich sicherlich nicht lesen. Aber dann hat mich diese Geschichte immer mehr in ihren Bann gezogen.

Das Geschehen ist weder monoton, noch schleppend. Die Autorin hat das Thema mit der Problematik von Alzheimer gut verarbeitet. Die Materie enthält kritische Punkte, ebenso lustige Momente. Der Zwiespalt der Protagonisten kommt ebenso gut rüber, wie die Unberechenbarkeit der Krankheit. Die Charaktere stimmen, ebenso das Ambiente.

Der Titel des Buches gibt dem Leiden einen Namen – Gezeiten, denn so erleben die Protagonisten die Krankheit.

In dem Buch geht es aber nicht nur um die Krankheit, sondern auch um die Denkweisen einer Familie. Hilflosigkeit kann ein Bindeglied sein und neue Brücken schaffen.

Alzheimer macht vor keiner Familie halt, Betroffene sind hilflos und Leidtragende ist ausnahmslos jeder.

Der Titel passt, ebenso das Cover. Der Text liest sich flüssig und verliert nicht an Dramatik.

 

Fazit:

Ein nachdenkliches Thema wurde in einer humorvollen Geschichte verarbeitet. Die Autorin hat es auf den Punkt gebracht. Alzheimer hat seine Heimtücke, aber es gibt auch positive Gegebenheiten.

Das Buch kann ich wirklich empfehlen.

 

5 Sterne

 

Verlag: Droemer-Knaur Verlag

Taschenbuch, Knaur TB
01.09.2016, 288 S.

ISBN: 978-3-426-51973-8

€ 9,99

 

http://www.droemer-knaur.de/buch/9049001/tage-zwischen-ebbe-und-flut

 

Autorin: Carin Müller studierte Germanistik in München. Nach ihrem Studium volontierte sie bei verschiedenen Radiosendern sowie in einer PR-Agentur. Seit einigen Jahren arbeitet sie als freiberufliche Journalistin und Autorin. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Hund, dem dreijährigen Airedale-Terrier-Rüden Toni, in Frankfurt.

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