Archiv | Oktober 2016

Hilo – Der Junge, der auf die Erde krachte

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Klappentext:

HEILIGE MAKRELE!
EIN JUNGE KRACHT AUF DIE ERDE

Hilo kracht eines Tages buchstäblich auf die Erde und hat keine Ahnung, woher er kommt. Zum Glück trifft er auf D.J., der nichts besonders gut kann, außer ein toller Freund zu sein. Er bringt Hilo bei, dass man Gras nicht essen sollte, warum man mehr als nur eine Unterhose anzieht, wenn man zur Schule geht und wie man sich sonst so auf der Erde zurecht findet. Und dann ist da noch Gina, D.J.s Jugendfreundin, die lange weg war und plötzlich wieder in der Schule auftaucht. Zu dritt versuchen sie, Hilos Geheimnis zu lösen und stolpern so in ein unglaubliches Abenteuer …

 

Zusammenfassung:

Daniel ist ein Außenseiter, keine Freunde und in der Familie wird er nicht wahrgenommen. Seine einzige Freundin Gina ist vor 3 Jahren weggezogen. Als er wieder einmal allein herumlungerte, staunte er, denn etwas krachte vom Himmel. Als er nachschaute, entdeckte er einen Jungen in seinem Alter. Es stellte sich heraus, dass er sein Gedächtnis verloren hatte. Daniel nahm in mit nach Hause. Hilo hatte viele Fähigkeiten, die Daniel verblüffte. Mit der Zeit füllten sich Hilos Erinnerungslücken, warum er auf die Erde gekommen war. Hilo musste die Erde beschützen, denn die Menschen waren in Gefahr. Daniel freute sich, als Gina wieder auftauchte. Beide wollten unbedingt Hilo helfen, denn sie waren jetzt Freunde. Allerdings hatten sie keine Vorstellung, wer Razorwark war.

 

Meine Meinung:

Das Buch hat nicht viel Text, aber sehr viele schöne Illustrationen, die in der Manga-Szene arrangiert sind.

Die Geschichte ist fantasievoll, aber zugleich können sich die Kinder mit den Figuren identifizieren. Das Geschehen ist in Kapiteln angelegt, der Werdegang ist lustig und zugleich fesselnd. Jedes Kind kann Parallelen ziehen, den es gibt überall Außenseiter. Ich finde es gut, dass der Autor einen Eigenbrötler gewählt hat. Helden werden nicht fabriziert, sondern sie lernen, sich Mut zuzusprechen.

Dies ist der erste Band, der auch in sich abgeschlossen ist. Die Historik ist abenteuerlich, aber auch real.

Das Cover ist sehr ansprechend, der Titel passt eindeutig zur Geschichte.

Zum Buch gibt es die passenden Sticker – auch mit dem speziellen AAAHH! Außerdem ist ein Poster dabei.

Ich finde, dass Mangas eine coole und lustige Angelegenheit sind. Gerade für Kinder, die nicht gern lesen, finde ich das eine gute Alternative.

„Hilo“ – ist eine Manga-Serie, die aus insgesamt sechs abgeschlossenen Bänden besteht.

 

Fazit:

Sehr gute Comic-Unterhaltung mit einer fantastischen Geschichte und tollen Illustrationen.

 

5 Sterne

 

Autor: Judd Winick wuchs in Long Osland auf, wo er endlose Stunden damit verbrachte zu kritzeln, X-Men-Comics zu lesen und Looney Tunes im Fernsehen zu schauen.

Heute wohnt Judd mit seiner Frau Pam, seinen beiden Kindern und ihren Katzen, Chaka und Sleestak, in San Francisco. Wenn Judd nicht damit beschäftigt ist, viel mehr Actionfiguren zu sammeln, ist er Szenarist und preisgekrönter Cartoonist.

Judd hat die Szenarios etlicher Ausgaben von Bestseller-Comicserien wie Batman, Green Latern, Green Arrow, Justice League und Star Wars geschrieben.

In den 1990ern spielte er in der MTV-Reality-Show The Real World: San Francisco mit und ist der Autor der hochgelobten Graphic Novel Pedro and Me über seinen Freund, den Real World-Kollegen und AIDS-Aktivisten Pedro Zamora.

 

 

Verlag: TOKYOPOP, Popcom

Illustrationen: durchgehend farbig illustriert

Sprache               deutsch

Seitenzahl: 200
vollfarbiges Hardcover
Genre: Comedy
Empfehlung: 10 Jahre +
ISBN: 978-3-8420-3081-7

Band 1

http://www.tokyopop.de/manga-shop/index.php?cPath=27_1130&TPsid=45c23b3448269a941d0f636ab43c79e9

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Bei den Wölfen

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Klappentext:

Eigentlich wollte Rachel Caine nie mehr nach England und zu ihrer schwierigen Familie zurück. Die Wolfsexpertin lebt seit zehn Jahren in Amerika und geht in ihrer Arbeit auf. Doch dann stürzt das Angebot eines einflussreichen Lords, auf seinen Ländereien ein Wölfspärchen anzusiedeln, sie in Konflikte. Aber zu ihrer eigenen Überraschung sind ihre Heimkehr, eine ungeplante Schwangerschaft und die intensive Arbeit in der wilden Landschaft des Lake District die beste Medizin für ihre Seele. Sie kann sich sogar vorsichtig auf eine neue Liebe einlassen und kommt zur Ruhe. Bis ein unvorhergesehenes Ereignis die eigentlichen Motive ihres Arbeitgebers entlarvt.


 „Vorsicht Spoiler!“

Als der Winter im Chief-Joseph-Reservat seinen Einzug hält, fliegt Rachel nach England zurück. Dort hat man ihr einen Job angeboten, den sie sich anhören will. Gleichzeitig will sie ihre Mutter besuchen, die im Altenheim lebt und nicht mehr viel Zeit hat.

Das Angebot als Wolfsexpertin hört sich zwar gut an, aber der Familienzwist zwischen ihr, ihrer Mutter und Bruder kommt nicht zur Ruhe. Sie schlägt den Job aus und fliegt nach  Idaho zurück. Der Winter hat das Land fest im Griff, aber Rachel stört das nicht. Zuviel Alkohol ist im Spiel, als Rachel und Kyle an Silvester zusammenkommen. Dann stirbt ihre Mutter, aber Rachel kann nicht nach England fliegen, Idaho versinkt im Schnee. Ihr Bruder und seine Frau sind verstimmt. Auf einmal hat Rachel gegenüber Kyle ein schlechtes Gewissen, aber sie ist unfähig darüber zu reden. Dann passierte das, was sie niemals wollte – Rachel ist schwanger. Sie flüchtet – wie immer und nimmt den Job in England an. Dort soll ein Wolfspaar ausgewildert werden. Der Lord ist ein großzügiger Arbeitgeber und Rachel kommt langsam zur Ruhe.

Für das Projekt gibt Rachel alles, ebenso versucht sie, die Situation mit ihrem Bruder zu verbessern. Aber jeder hat seine Schwierigkeiten.

Die Schwangerschaft gibt ihr Zuversicht und öffnet ihr eine andere Sicht auf den Lebensabschnitt mit ihren Angehörigen. Gleichzeitig öffnet sie sich für eine Beziehung.

Die Auswilderung der Wölfe gefällt nicht jeden. Der Ärger ist groß, als die Tore geöffnet werden und das Wolfsrudel flüchtet.

 

Meine Meinung:

Die Geschichte handelt nicht nur von Wölfen, sondern hauptsächlich um die Auseinandersetzung von Beruf und Familie.

Die Rolle als berufstätige Frau ist durch Rachel mit einer ausgefeilten Persönlichkeit mit Charakter gut gelungen. Gleichzeitig sind die Konflikte von Berufstätigkeit und Familie festgelegt. Unterlegt wird das Ganze durch die Schöpfungen von Natur und der Umgang durch die Zivilisation. Die Beschreibungen von Landschaften und die Darstellung der Wölfe geben der Geschichte eine spezielle Note. Dadurch bekommt die Geschichte ein ungewöhnliches Ambiente.

Mir gefällt die Protagonistin und ihren Kampf um Selbstständigkeit und Anerkennung. Zugleich die innere Regung, als sie Gefühle zulässt. Ebenso die Auseinandersetzung mit der Familie.

Das Cover und der Titel passen zur Geschichte. Diese lässt sich flüssig lesen und weckt die Neugier auf das Ende. Kapitel gibt es keine, aber das Geschehen ist in Hergänge unterteilt.

 

Fazit:

Eine ausdruckskräftige Geschichte, effektive Charaktere und die anschauliche Schilderung finden bei mir große Anerkennung. Deswegen vergebe ich 5 Sterne.

 

5 Sterne

 

 

Verlag: Albrecht Knaus Verlag

€ 19,99 [D] inkl. MwSt.
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag

448 Seiten

ISBN: 978-3-8135-0679-2

NEU: 26.09.2016
https://www.randomhouse.de/Buch/Bei-den-Woelfen/Sarah-Hall/Knaus/e479257.rhd

 

Autorin: Sarah Hall, Jahrgang 1974, studierte Literatur an der schottischen Universität St. Andrews. Sie hat bisher fünf Bücher veröffentlicht, die alle mit bedeutenden Preisen und Stipendien ausgezeichnet und von der Kritik bejubelt wurden. Feministische Themen und intensive Naturbeschreibungen verbinden sich in ihrem Werk, das in zwölf Sprachen übersetzt ist, auf überraschende, ungewohnte Weise. Sarah Hall lebt mit ihrer Familie in Norfolk.

 

Übersetzung: Nikolaus Stingl

Filmrezension: Die Insel der besonderen Kinder

Am Mittwoch war ich im Kino und habe mir den Film „Die Insel der besonderen Kinder“ angesehen. Mir hat der Film sehr gut gefallen, obwohl er nicht ganz mit dem Buch übereinstimmt.

Filminhalt:

Als Jacob zu seinem Opa gerufen wird, konnte er sich nicht vorstellen, was ihn erwartete. Grausam verstümmelt findet er ihn mit Wald. Jacob ist am Boden zerstört und muss in psychiatrischer Behandlung. Die letzten Worte seines Opas gingen ihm nicht aus dem Kopf. Als er zu seinem Geburtstag ein Buch seines verstorbenen Großvaters erhält, kann ihn nichts mehr halten und er fährt mit seinem Vater auf die Insel, um das Waisenhaus seines Opas zu besuchen.

Das Waisenhaus ist eine Ruine, denn es wurde im Zweiten Weltkrieg durch einen Bombenangriff zerstört. Aber Jacob wurde schon erwartet und erstaunt muss er feststellen, dass die Kinder und Miss Peregrine noch leben. Alles möglich, durch eine Zeitschleife. Märchen gibt es nicht, alles ist wahr – auch die besonderen Kinder. Im Handumdrehen steckt Jacob mitten im Geschehen und muss die Kinder vor den Monstern retten, denn nur er kann sie sehen. Monster, die die Augen der Kinder verspeisen wollen.

 

Meine Meinung:

Der Handlungsaufbau ist dem Buch angepasst. Jedoch wurde der Werdegang und das Ende des Films verändert. Es wirkt der Geschichte jedenfalls keine Schmälerung dadurch, sondern es gibt mehr gruslige Szenen. Die Protagonisten sind authentisch, ebenso faszinierend ist das Umfeld dargestellt. Es gibt fantastische Bilder und tolle Effekte. Manchmal sind sie düster und grausam, aber ebenso gibt es lustige Momente. Z. B. wenn Skelete gegen die Monster kämpfen.

Es ist erstaunlich, wie der Regisseur arbeitet, denn er passt das Licht und die Musik der jeweiligen Stimmung an. Dämmrig und mystisch, wenn das Böse herrscht. Helligkeit und Ausgelassenheit, wenn das Gute am Werk ist. Der Ton variiert und zieht den Zuschauer in das Geschehen.

Auch der Held wird gut von dem Schauspieler Asa Butterfield verkörpert, denn er sieht unscheinbar aus und ist ein Mensch wie du und ich. Samuel L. Jackson verkörpert den Baron perfekt. Miss Peregrine wird von Eva Green gespielt. Erstaunlich finde ich, wie sie sich in einen Vogel verwandelt. Perfekte Inszenierung.

Die Geschichte ist eine Mischung aus Fantasie und Horror. In der Art und Weise des Films erkennt man unweigerlich, dass der Regisseur Tim Burton ist.

Das Alter des Films ist ab 12 Jahre vorgesehen. Allerdings sind einige grausame Szenen dabei, das sollten Eltern beachten.

Der Film ist in 3D, was ich sehr reizvoll finde.

 

Fazit:

Regisseur Tim Burton hat wieder ein Meisterwerk geschaffen. Ironische, geheimnisvolle und übernatürliche Eindrücke, ebenso sympathische Verkörperungen der Protagonisten garantieren ein Filmerlebnis der besonderen Art.

Sehenswert für jeden Fan, der seine Freude an fantastische Geschichten hat.

 

5 Sterne

 

Regisseur: Tim Burton

Drehbuchautorin: Jane Goldmann

Autor des Buches: Ransom Riggs

 

Für einen Blick in den Trailer von YouTube:

Trailer – Die Insel der besonderen Kinder

ab 12 Jahre

 

Das Buch ist ebenso lesenswert!

Buch: Die Insel der besonderen Kinder

Taschenbuch, Knaur TB
01.09.2016, 416 S.
ISBN: 978-3-426-52026-0

Ab 12 Jahre

http://www.droemer-knaur.de/buch/9048487/die-insel-der-besonderen-kinder

die-insel-der-besonderen-kinder

Tage zwischen Ebbe und Flut

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Klappentext:

Felix ist 70 Jahre alt. Er spricht aus, was niemand zu sagen wagt, und tut, was sonst niemand tun würde. Seine Erinnerungen sind wie Wellen in seinem Kopf, wogend, nicht festzuhalten. Denn Felix hat Alzheimer.
Um ihm einen Herzenswunsch zu erfüllen, machen seine Ehefrau Ellen, seine Tochter Judith und seine Enkelin Fabienne mit ihm eine Kreuzfahrt. Doch während Felix die Reise als wunderbares Abenteuer erlebt, wird für die drei Frauen die Seereise zu einer Seelenreise durch schwere Gewässer, aber mit Kurs auf sonnige Gefilde.

 

Vorsicht Spoiler!

Ausgerechnet an seinem Geburtstag lässt sein Kopf in im Stich. Felix flüchtet, um den Gästen zu entfliehen. Seine Tochter kann mit der Situation nicht umgehen, denn sie vermisst ihren Vater von einst. Gleichzeitig ist Judith von dem Umgang der Mutter mit ihrem Vater entsetzt. Judith hat ein schlechtes Gewissen, deswegen willigt sie ein, den größten Wunsch ihres Vaters zu erfüllen – eine Schiffsreise. Durch gewisse Umstände sind nicht nur ihre Eltern dabei, sondern auch ihre Nichte. Der Familienurlaub auf dem Schiff ähnelt einer Sprengladung, nicht vorprogrammiert, wann diese hochgeht.

 

Meine Meinung:

Als ich das Buch erhalten habe, war ich nicht begeistert. Eine Geschichte über Alzheimer wollte ich sicherlich nicht lesen. Aber dann hat mich diese Geschichte immer mehr in ihren Bann gezogen.

Das Geschehen ist weder monoton, noch schleppend. Die Autorin hat das Thema mit der Problematik von Alzheimer gut verarbeitet. Die Materie enthält kritische Punkte, ebenso lustige Momente. Der Zwiespalt der Protagonisten kommt ebenso gut rüber, wie die Unberechenbarkeit der Krankheit. Die Charaktere stimmen, ebenso das Ambiente.

Der Titel des Buches gibt dem Leiden einen Namen – Gezeiten, denn so erleben die Protagonisten die Krankheit.

In dem Buch geht es aber nicht nur um die Krankheit, sondern auch um die Denkweisen einer Familie. Hilflosigkeit kann ein Bindeglied sein und neue Brücken schaffen.

Alzheimer macht vor keiner Familie halt, Betroffene sind hilflos und Leidtragende ist ausnahmslos jeder.

Der Titel passt, ebenso das Cover. Der Text liest sich flüssig und verliert nicht an Dramatik.

 

Fazit:

Ein nachdenkliches Thema wurde in einer humorvollen Geschichte verarbeitet. Die Autorin hat es auf den Punkt gebracht. Alzheimer hat seine Heimtücke, aber es gibt auch positive Gegebenheiten.

Das Buch kann ich wirklich empfehlen.

 

5 Sterne

 

Verlag: Droemer-Knaur Verlag

Taschenbuch, Knaur TB
01.09.2016, 288 S.

ISBN: 978-3-426-51973-8

€ 9,99

 

http://www.droemer-knaur.de/buch/9049001/tage-zwischen-ebbe-und-flut

 

Autorin: Carin Müller studierte Germanistik in München. Nach ihrem Studium volontierte sie bei verschiedenen Radiosendern sowie in einer PR-Agentur. Seit einigen Jahren arbeitet sie als freiberufliche Journalistin und Autorin. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Hund, dem dreijährigen Airedale-Terrier-Rüden Toni, in Frankfurt.