Winterhonig

Winterhonig

Klappentext:

„Winterhonig“ erzählt von einer lebensgefährlichen Liebe in einer archaischen, grausamen Welt, die noch gar nicht so lang Geschichte ist. Inspiriert von den Erlebnissen ihrer eigenen Großmutter, lässt uns Daniela Ohms die Zeit des Zweiten Weltkriegs aus Sicht der Landbevölkerung erleben: Das harte, entbehrungsreiche Leben, das Mathilda als zehntes Kind eines Bauern führt; die Anstrengungen, die der junge Karl unternimmt, um seine Abstammung vor den Nazis geheim zu halten; die Liebe der beiden, die nicht sein darf, bringt sie Mathilda doch in große Gefahr; die Schrecken des Krieges, der drohende Tod durch Bomben oder Verrat. Und über allem die Hoffnung.

 

Meine Meinung:

Als ihre Mutter stirbt, muss Mathilda mit den Widrigkeiten auf dem Hof schnell zurechtkommen. Ihre Kindheit wurde abrupt beendet und sie muss erkennen, dass ihre Existenz nur daraus besteht – zu arbeiten. In der Schule wird sie schikaniert und ihren Geschwister ist sie nur ein Klotz am Bein. Einzig ihr Bruder kümmert sich liebevoll um sie. Ein Lichtblick gibt es noch – der neue Reitknecht auf dem Nachbarsgestüt. Er behandelt sie wie seine kleine Schwester. Macht ihr Geschenke, tröstet sie und bringt ihr heimlich das Reiten bei. Trotz der schweren Arbeit auf dem Hof ist Mathilda glücklich. Mit den Jahren ändern sich auch die Gefühle für Karl. Aus der Schwärmerei wird Liebe. Karl hat jedoch ein Geheimnis, welches alle in Gefahr bringen kann. Karl bleibt nichts anderes übrig, als das Gestüt zu verlassen. Er meldet sich beim Wehrdienst und wird an die Front geschickt. Dort trifft er Mathildas Bruder und seine Gefühle für dessen Schwester flammen wieder auf. Er beginnt, einen Brief zu schreiben. Auch auf dem Land stehen den Familien schwere Kriegszeiten bevor. Alle tauglichen Männer sind zum Wehrdienst eingezogen, die Frauen arbeiten hart, um das Überleben zu sichern. Auf dem Gestüt werden unbedingt Reiter benötigt, damit die Pferde für den Kriegsdienst eingeritten werden. Mathilda ist eine gute Reiterin, deswegen darf sie auf dem Gestüt aushelfen. Dort trifft sie auch Karl wieder, der seinen Urlaub in der Heimat verbringt. Ihre Liebe ist ein Geheimnis, denn es wartet sonst die Todesstrafe auf sie. Aber ihre Liebe hat keine Chance – Karl wird in ein Lager geschickt.

 

Die Handlungsstränge handeln einerseits vom Leben auf dem Land, anderseits ist der Zweite Weltkrieg eine Vorlage. Beide Ereignisse sind miteinander verflochten.

Die gegenseitigen Briefe sind in Kursivschrift dargestellt. Die Kapitel beginnen mit dem Ort und einer Zeitangabe, sodass man sich gut orientieren kann. Der Text liest sich flüssig und hält den Leser bis zum Schluss in Atem. Man fiebert mit!

Die Protagonisten sind überzeugend dargestellt, ebenso die Beschreibung der Gegebenheiten.

Die anschauliche Betrachtungsweise der Historik ist klar und einprägsam. Die Fakten stimmen, denn mein Schwiegervater hat selbst auf dem Land gearbeitet und war ebenso an der Ostfront, sodass ich aus seinen Erzählungen in diese Zeitepoche einen Einblick habe.

Die Sinnlosigkeit des Krieges, die Not, der Kampf ums Überleben, aber ebenso das Wegsehen wird durch die Geschichte eine fühlbare und aufschlussreiche Bedeutung gegeben. Aber auch die Begeisterung der Soldaten für den aussichtslosen Kampf spielt eine Rolle, wie die der andersdenkenden.

 

„Hitler mochte vielleicht nur ein kleiner Mann mit einem ulkigen Bart und einem Hang zu übertriebenen Reden sein, doch es war ihm gelungen, eine ganze Generation auf seine Ziele abzurichten, sie mit seiner Ideologie zu füttern, bis sie richtig und falsch nicht mehr voneinander entscheiden konnten. Ein ganzes Volk hatte er dazu gebracht, sogar Frauen und Kinder als Feinde zu bekämpfen, nur weil sie eine andere Religion oder die falsche Hautfarbe besaßen.“

 

Diese Worte müssten jeden Menschen zu denken geben!

 

Der Titel passt, ebenso das Cover. Das Rezept für den Winterhonig gibt es wirklich.

Ich kann dieses Buch absolut empfehlen. Eine Geschichte nicht nur fürs Herz!

 

Fazit:

Eine außergewöhnliche und dramatische Geschichte, die diese Zeitepoche überragend widerspiegelt.

5  Sterne

 http://www.droemer-knaur.de/buch/8848064/winterhonig

 Verlag: Droemer-Knaur Verlag

Hardcover, Knaur HC
01.04.2016, 592 Seiten
ISBN: 978-3-426-65397-5

€ 19,99

E-Book (€17,99)

Autorin: Daniela Ohms, geboren 1978, studierte Literaturwissenschaften mit den Nebenfächern Psychologie und Geschichte. Für ihren Roman „Winterhonig“ hat Ohms sich durch die Erinnerungen ihrer Großmutter, Jahrgang 1924, inspirieren lassen, die im Paderborner Land als jüngstes Kind einer elfköpfigen Bauernfamilie aufwuchs und in ihrer Jugend die Wirren und Nöte des Zweiten Weltkrieges erlebte.
Daniela Ohms ist neben dem Schreiben in einer Literaturagentur tätig und wohnt mit ihrer Familie in Berlin.

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