All die verdammt perfekten Tage

All die verdammt perfekten Tage

Klappentext:
Ein Mädchen lernt zu leben – von einem Jungen, der sterben will

Ist heute ein guter Tag zum Sterben?, fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass er nicht allein ist. Neben ihm steht Violet, die offenbar über dasselbe nachdenkt wie er. Von da an beginnt für die beiden eine Reise, auf der sie wunderschöne wie traurige Dinge erleben und großartige sowie kleine Augenblicke – das Leben eben. So passiert es auch, dass Finch bei Violet er selbst sein kann – ein verwegener, witziger und lebenslustiger Typ, nicht der Freak, für den alle ihn halten. Und es ist Finch, der Violet dazu bringt, jeden einzelnen Moment zu genießen. Aber während Violet anfängt, das Leben wieder für sich zu entdecken, beginnt Finchs Welt allmählich zu schwinden…

Meine Meinung:
Ein perfekter Tag zum Sterben, aber als sie sich auf dem Glockenturm begegnen, ändert sich die Anschauung der beiden Jugendlichen. Finch fühlt sich zu Violet hingezogen, Violet besinnt sich auf das Leben – dank Finch. Ein Schulprojekt verändert alles und somit die Einstellung gegenüber sich selbst und der Gesellschaft. Finch und Ultraviolet – wie er sie nennt, bemerken nicht nur ihre eigenen Gefühle, sondern erfahren ihre eigenen Eindrücke und Empfindungen. Endlich kann Violet den Tod ihrer Schwester verarbeiten. Während sie zum Leben zurückfindet, entgleitet Finch in die Dunkelheit. Als sie es bemerkt – ist es fast zu spät. Violet setzt alles daran, Finch zu retten.

Kann es einen perfekten Tag geben? Es sind die kleinen Dinge des Lebens, die einen perfekten Tag ausmachen. Beiden Jugendlichen ist diese Sichtweise verbaut. Violet hat ihre Schwester verloren, Finch ist durch ein gestörtes Elternverhältnis beeinträchtigt. Beide haben sich der Gesellschaft verschlossen – jeder auf seine eigene Art und Weise. Die Eltern und Lehrer versuchen zwar einen Berührungspunkt zu finden – aber den Falschen. Der Junge wird als Freak eingeordnet und Violet in ihrer Melancholie gestärkt.

Die Geschichte greift Probleme mit einer psychischen Erkrankung und einem Suizid auf. Die Ohnmacht der Gesellschaft damit umzugehen bzw. wegzuschauen, denn dann hat alles seine Ordnung. Die Protagonisten sind gut darstellt. Finch mit seiner aufgekratzten Stimmung, Violet mit ihrer Niedergeschlagenheit. Jeder, der anders ist, wird in unserer Gesellschaft herausgefiltert, der Umgang vermieden. Das wird gut und glaubhaft dargestellt. Genauso wie eine „perfekte Person“ in eine Depression entgleiten kann, welche durch besondere Umstände ausgelöst werden kann.

Das Buch liest sich flüssig trotz der emotionalen Aussagen.

Gut finde ich die Seite mit den Anmerkungen für Hilfe bei psychischen Erkrankungen.
Passend finde ich die Worte von Ernest Hemingway im Buch: „Die Welt zerbricht jeden, und nachher sind viele an den zerbrochenen Stellen stark.“
Fazit:
Eine Geschichte mit einer klaren Aussage, denn die Erfahrung mit dem Umgang von psychisch Kranken hat die Autorin selbst gemacht.
4 Sterne

€ 14,99 [D]
Paperback, Klappenbroschur, 400 Seiten
ISBN: 978-3-8090-2657-0
Limes-Verlag, in der Verlagsgruppe Random House GmbH
Originaltitel: All the bright places
Originalverlag: Knopf Books for Young Readers, New York 2015

Erschienen: 28.12.2015
Autorin: Jennifer Niven wuchs in Indiana auf, dort, wo auch All die verdammt perfekten Tage spielt. Mit der herzzerreißenden Liebesgeschichte von Violet und Finch hat sie Verlage in aller Welt begeistert – die Rechte wurden in 32 Länder verkauft. In den USA stieg All die verdammt perfekten Tage sofort auf Platz 13 der New-York-Times-Bestsellerliste ein, eine Hollywoodverfilmung ist ebenfalls in Planung. Heute lebt die Autorin mit ihrem Verlobten und ihren »literarischen« Katzen in Los Angeles, wo sie 2000 das Schreiben zu ihrem Hauptberuf machte.

Übersetzung: Alexandra Ernst

 

Link: http://www.randomhouse.de/Paperback/All-die-verdammt-perfekten-Tage/Jennifer-Niven/Limes/e483026.rhd
Leseprobe: http://www.randomhouse.de/leseprobe/All-die-verdammt-perfekten-Tage-Roman/leseprobe_9783809026570_0.pdf

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2 Kommentare zu “All die verdammt perfekten Tage

  1. Moin Sivia,

    scheint ein guter Roman zu sein. Vor allem für alle die vorhaben sich umzubringen. Denn der Roman schein das Für und Wieder abzuwägen. Und die Protagonisten kommen zu dem Entschluss, NEIN es lohnt sich nicht.

    Frage: Liest du nur Romane von amrikanischen Schriftstellern?

    Schönen SamstagAbend
    Nele + Bär

    Gefällt 1 Person

    • Es ist ein guter Roman.
      Natürlich lese ich auch jede Menge von deutschen Autoren. Sehr gern historische Romane.
      Wünsche dir einen schönen und ruhigen Dienstag. Hoffen wir, dass sich endlich mal das Wetter ändert. Mag den Dauerregen gar nicht. LG Silvia

      Gefällt mir

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