Archiv | Januar 2016

Das sprechende Kreuz

Das sprechende Kreuz

Klappentext:
Johanna Schneiders Familie folgt Kaiser Maximilian nach Mexiko, um sich 1865 in Valladolid in Yucatán niederzulassen und einen Eisenwarenladen zu betreiben. Dort trifft Johanna auf Carlos Mendez, den Sohn eines wohlhabenden Plantagenbesitzers – und findet die Liebe. Heimlich verloben sich die beiden. Doch da offenbart Carlosʼ Vater ihm ein lang gehütetes Geheimnis, das Carlos veranlasst, die Stadt Hals über Kopf zu verlassen und zu den Indios nach Yucatán zu fliehen. Verzweifelt folgt ihm Johanna zusammen mit ihrer indianischen Dienerin Maruch.
Sie findet Carlos – krank in einer Stadt, die von einer gefährlichen Frau beherrscht wird: María Uicab, die in Tulum nicht nur als hohe Priesterin regiert, sondern auch ungekrönte Königin der Mayas ist. Sie zelebriert das Ritual des sprechenden Kreuzes, wodurch sie Weisungen von den Göttern empfängt. Als das göttliche Orakel einen Angriff auf die weißen Eroberer befiehlt und die Mayas einen Aufstand planen, geraten Johanna und Carlos in Lebensgefahr …

Meine Meinung:
Johanna und ihre Schwester leben in Valladolid und betreiben einen kleinen Laden. Dort begegnet sie Carlos und seine Freunde, von denen sie nicht begeistert ist. Die beiden verlieben sich ineinander, aber die Standesunterschiede machen eine Heirat unmöglich. Als Carlos sie trotzdem heiraten will, beichtet ihm sein Vater ein Geheimnis, welches ihn aus dem Hause treibt. Johanna lässt nichts unversucht, um Carlos im Dschungel zu finden. Ebendort trifft sie auf Maria Uicab und ihre Gefolgschaft. Die Rebellen versuchen alles, um ihr Überleben zu sichern. Die Oberschicht jedoch verfolgt die Aufständigen und die Kämpfe arten aus. Johanna und Carlos geraten in Lebensgefahr. Kornelia, ihre Schwester, versucht eine Rettung zu erreichen und gerät selbst in Gefangenschaft.

Ein historischer Roman mit einer exotischen Kulisse. Ein schweres Thema, denn Mexiko und die Maya sind kein Ereignis aus unseren Breiten. Die Autorin musste gut recherchieren, bevor sie aus dem Thema eine gelungene Geschichte geschrieben hat. Die historischen Daten, die in der Geschichte einfließen, hat sie im Anhang aufgelistet und in bunte Darstellungen umgewandelt. Man hat eine sehr gute Vorstellung der damaligen Zeit, ihrer Verhältnisse und der Gesellschaft.
Ebenso kommen die Protagonisten glaubwürdig rüber. Gut finde ich Johanna, die sich gegen Ungerechtigkeit und gewisse Regeln auflehnt. Aber auch ihre Schwester finde ich interessant, denn durch den Handlungsverlauf gewinnt sie an Stärke und Mut, um ihren eigenen Weg zu finden.
In erster Linie stehen die Frauen im Mittelpunkt, alles starke Persönlichkeiten. Während die Domäne der Männer in zweiter Linie basiert. Aber auch die Einwanderung und das Heimweh spielen eine große Rolle.
Ebenso hat die Autorin die politischen Unruhen gut umgesetzt, die sie mit einer Familiengeschichte gut eingebunden hat.
Das sprechende Kreuz, wie der Titel sagt, ist das Symbol von Maria Uicab, die sich damit die Gefolgschaft der Männer sichert. Was in der damaligen Zeit ein Unding war – eine Frau als Anführerin.

Die Geschichte lässt sich flüssig lesen und das Cover passt hervorragend dazu.

Fazit:
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Historie verbunden mit Abenteuer und einer exotischen Kulisse, dazu die gesellschaftlichen Zwänge und Konflikte. Nicht vergessen – die Religion, welche gerade bei den Ureinwohnern eine große Rolle spielt.
Die Autorin hat aus historischen Daten eine spannende und einfühlsame Geschichte geflochten.
Das Buch kann ich nur empfehlen!

5 Sterne

Verlag: Bookspot Verlag GmbH
Edition Carat
ISBN 978-3-95669-040-2
464 Seiten, Klappenbroschur
17,95 Euro

 

Autorin: Tereza Vanek wurde 1966 in Prag geboren und wuchs in München auf. Dort studierte sie Anglistik, Romanistik und Slavistik, im Anschluss erwarb sie den Doktortitel Dr. phil. Ihre Romane überzeugen durch Liebe zum Detail und historische Genauigkeit. Tereza Vanek lebt und arbeitet in München.

 

http://blog.bookspot.de/bookshelf/das-sprechende-kreuz/

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Ahoi, kleiner Pinguin!

Ahoi_kleiner_Pinguin_

Klappentext:
Der kleine Pinguin geht auf Seefahrt. Sein Freund, der Vogel, kommt mit, und am Ende gesellt sich sogar noch eine Giraffe dazu. Badespaß für die Kleinsten! Mit Spritz-Effekt. Geprüft schadstofffrei.

Meine Meinung:
Das ist ein Buch für Babys. Es eignet sich zum Vorlesen, denn es ist ein kleiner Text vorhanden. Die Seiten sind weich und griffig. Dazu sind die Blätter sehr schön illustriert. Das Buch ist abwaschbar, deswegen können die Seiten problemlos in den Mund genommen werden, was ja bei Babys die Hauptsache ist. Zudem ist das Buch ein Badebuch – eignet sich also für die Badewanne und hat einen Spritzeffekt.

Das Buch ist fantasievoll, denn die Geschichte passt zur Badewanne. Aber das ist eigentlich uninteressant, denn für die Kleinen sind mehr die bunten Bilder ansprechend.
Das Buch soll schadstofffrei sein, dafür ist es geprüft.
Fazit:
Mir gefällt das Buch und deswegen bekommt es auch 5 Sterne von mir.
Autor und Illustrator: Manceau Edouard, geb. 1969, wohnhaft in Paris. Edouard Manceau liebte es schon immer, Geschichten zu erzählen und zu illustrieren. Solche, die er erlebt hat, solche, die seiner Fantasie entsprungen sind, und solche, die er gern erleben würde. Er hat in Frankreich bereits viele Bücher für die Kleins ten und einige für die etwas Größeren publiziert. In jeder freien Minute macht Edouard Manceau Musik.

 

Verlag: NordSüd Verlag AG, Zürich
Art: Badebuch
Seitenzahl: 10
Format in cm: 14 x 14 cm
Illustrationen: durchgehend farbig illustriert
Sprache deutsch

ISBN: 978-3-314-10005-5
Preis CHF: 10.90

Alter ab 3 Monate

5 Sterne

http://www.nord-sued.com

All die verdammt perfekten Tage

All die verdammt perfekten Tage

Klappentext:
Ein Mädchen lernt zu leben – von einem Jungen, der sterben will

Ist heute ein guter Tag zum Sterben?, fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass er nicht allein ist. Neben ihm steht Violet, die offenbar über dasselbe nachdenkt wie er. Von da an beginnt für die beiden eine Reise, auf der sie wunderschöne wie traurige Dinge erleben und großartige sowie kleine Augenblicke – das Leben eben. So passiert es auch, dass Finch bei Violet er selbst sein kann – ein verwegener, witziger und lebenslustiger Typ, nicht der Freak, für den alle ihn halten. Und es ist Finch, der Violet dazu bringt, jeden einzelnen Moment zu genießen. Aber während Violet anfängt, das Leben wieder für sich zu entdecken, beginnt Finchs Welt allmählich zu schwinden…

Meine Meinung:
Ein perfekter Tag zum Sterben, aber als sie sich auf dem Glockenturm begegnen, ändert sich die Anschauung der beiden Jugendlichen. Finch fühlt sich zu Violet hingezogen, Violet besinnt sich auf das Leben – dank Finch. Ein Schulprojekt verändert alles und somit die Einstellung gegenüber sich selbst und der Gesellschaft. Finch und Ultraviolet – wie er sie nennt, bemerken nicht nur ihre eigenen Gefühle, sondern erfahren ihre eigenen Eindrücke und Empfindungen. Endlich kann Violet den Tod ihrer Schwester verarbeiten. Während sie zum Leben zurückfindet, entgleitet Finch in die Dunkelheit. Als sie es bemerkt – ist es fast zu spät. Violet setzt alles daran, Finch zu retten.

Kann es einen perfekten Tag geben? Es sind die kleinen Dinge des Lebens, die einen perfekten Tag ausmachen. Beiden Jugendlichen ist diese Sichtweise verbaut. Violet hat ihre Schwester verloren, Finch ist durch ein gestörtes Elternverhältnis beeinträchtigt. Beide haben sich der Gesellschaft verschlossen – jeder auf seine eigene Art und Weise. Die Eltern und Lehrer versuchen zwar einen Berührungspunkt zu finden – aber den Falschen. Der Junge wird als Freak eingeordnet und Violet in ihrer Melancholie gestärkt.

Die Geschichte greift Probleme mit einer psychischen Erkrankung und einem Suizid auf. Die Ohnmacht der Gesellschaft damit umzugehen bzw. wegzuschauen, denn dann hat alles seine Ordnung. Die Protagonisten sind gut darstellt. Finch mit seiner aufgekratzten Stimmung, Violet mit ihrer Niedergeschlagenheit. Jeder, der anders ist, wird in unserer Gesellschaft herausgefiltert, der Umgang vermieden. Das wird gut und glaubhaft dargestellt. Genauso wie eine „perfekte Person“ in eine Depression entgleiten kann, welche durch besondere Umstände ausgelöst werden kann.

Das Buch liest sich flüssig trotz der emotionalen Aussagen.

Gut finde ich die Seite mit den Anmerkungen für Hilfe bei psychischen Erkrankungen.
Passend finde ich die Worte von Ernest Hemingway im Buch: „Die Welt zerbricht jeden, und nachher sind viele an den zerbrochenen Stellen stark.“
Fazit:
Eine Geschichte mit einer klaren Aussage, denn die Erfahrung mit dem Umgang von psychisch Kranken hat die Autorin selbst gemacht.
4 Sterne

€ 14,99 [D]
Paperback, Klappenbroschur, 400 Seiten
ISBN: 978-3-8090-2657-0
Limes-Verlag, in der Verlagsgruppe Random House GmbH
Originaltitel: All the bright places
Originalverlag: Knopf Books for Young Readers, New York 2015

Erschienen: 28.12.2015
Autorin: Jennifer Niven wuchs in Indiana auf, dort, wo auch All die verdammt perfekten Tage spielt. Mit der herzzerreißenden Liebesgeschichte von Violet und Finch hat sie Verlage in aller Welt begeistert – die Rechte wurden in 32 Länder verkauft. In den USA stieg All die verdammt perfekten Tage sofort auf Platz 13 der New-York-Times-Bestsellerliste ein, eine Hollywoodverfilmung ist ebenfalls in Planung. Heute lebt die Autorin mit ihrem Verlobten und ihren »literarischen« Katzen in Los Angeles, wo sie 2000 das Schreiben zu ihrem Hauptberuf machte.

Übersetzung: Alexandra Ernst

 

Link: http://www.randomhouse.de/Paperback/All-die-verdammt-perfekten-Tage/Jennifer-Niven/Limes/e483026.rhd
Leseprobe: http://www.randomhouse.de/leseprobe/All-die-verdammt-perfekten-Tage-Roman/leseprobe_9783809026570_0.pdf