Quadriga

QuadrigaKlappentext:
Nach Napoléons Niederlage bei der Völkerschlacht von Leipzig werden die preußischen Agenten Leopold Berend und Carl von Starnenberg mit der Zerstörung der französischen Telegrafenlinie beauftragt. Ihr geheimer Zusatzbefehl lautet: Findet die Quadriga! Denn das Wahrzeichen des Brandenburger Tors wurde 1806 von den Franzosen als Kriegsbeute beschlagnahmt. Die Operation hinter den feindlichen Linien entwickelt sich schnell zu einem tödlichen Unterfangen. Auf tragische Weise kreuzt sich der Weg der Preußen mit dem der Tochter eines französischen Generals. Die junge Frau gewährt den fremden Soldaten Zuflucht. Doch Gut und Böse sind schon lange nicht mehr zu unterscheiden …

Meine Meinung:
Leopold Berend stammt aus bürgerlichen Verhältnissen. Carl von Starnenberg dagegen aus adligen Verhältnissen und doch hatten beide etwas gemeinsam – sie waren Offiziere. Ihre neue Aufgabe bestand darin, die französische Telegrafenlinie unschädlich zu machen, noch bevor die Armee dort ankommt. Dazu hatten sie die geheime Order, in Paris die Quadriga zu finden. Eine Gruppe Kosaken sollte sie begleiten und ihre Aufgaben erleichtern. Carl hatte jedoch nicht die geringste Ahnung, auf was er sich da einlässt, denn er hatte noch nie auf einen Menschen geschossen. Leopold jedoch hatte mit seinen Erfahrungen als Soldat zu kämpfen, denn er kannte die blutige Seite des Krieges. Außerdem machte ihm sein verletzter Arm zu schaffen, der nie mehr heilen würde. Also zog die kleine Gruppe los, um ihre Aufgaben gerecht zu werden. Die Vernichtung der Telegrafenlinie war eine Sache, die blutigen Auseinandersetzungen mit den französischen Soldaten, eine andere. Carl hatte nicht damit gerechnet, dass ihm das Töten so schwer fiel. Auch der unsagbare Hass der Bevölkerung auf die Besatzer und deren Rache blieb ihnen im Gedächtnis. Die Unbeschwertheit, mit der Carl seine Aufgaben angenommen hatte, war bald verschwunden. Bald stellte sich die Frage „Warum wird man Soldat?“ Leopold braucht dafür nicht zu überlegen, denn ihn trieb der Hass vorwärts – er hatte eine Rechnung offen. Paris, da lauerte die Bestie, die er töten würde. Als sie Paris endlich erreichten, waren sie nur noch ein paar Soldaten. Ein Häuflein, das in Paris in einen Hinterhalt gerät. Portjanow getötet, Leopold verletzt und ausgerechnet bei einer Französin finden sie Unterschlupf. Paris ist bald in deutscher Hand und die Kampfhandlungen enden. Streunende Soldaten überfallen den französischen Landsitz. Leopold konnte noch eingreifen, bevor die junge Französin vergewaltigt wurde. Die Erinnerungen an seine Schwester werden wach und es kommt ihm zu Bewusstsein, dass er endlich die Bestie aus der Vergangenheit töten muss. Der Vater des Mädchens hilft ihm und er steht der Bestie gegenüber, der soviel Leid über seine Familie und Kindheit gebracht hat. Inzwischen ist dieser Mann verheiratet und selbst Vater. Leopold ist so voller Hass, dass er zwischen Gut und Böse nicht unterscheiden kann.

Ihr wollt wissen, wie es weiter geht? Dann müsst ihr das Buch lesen. Das Buch hat 428 Seiten, aber sie sind schnell gelesen. Mann merkt, dass das Buch ein Mann geschrieben hat, denn er hat die blutigen Seiten des Krieges genau beschrieben. Die Ideale eines Mannes, wenn er in den Krieg zieht und wie er aus dem Gleichgewicht gerät, wenn Vaterlandsliebe nicht die Gräuel des Krieges widerspiegeln. Töten oder getötet werden, Hass und Vergebung, Gut oder Böse, schwarz oder weiß – der Krieg vereinnahmt beide Seiten. Eine Trennlinie gibt es nicht. So fällt es auch Leopold schwer, Vergebung zu geben. Jeder möchte seine Familie glücklich sehen. Barmherzigkeit, Anteilnahme, Mitgefühl, Erbarmen gegenüber dem angeblichen Feind – kennt man nicht. Und doch haben beide Seiten mit den Auswirkungen des Krieges zu kämpfen. Ob Freund oder Feind – beide haben Verluste, beide haben die Konsequenzen des Krieges kennengelernt. Sehr gut beschrieben! Es sind verschiedene Einzelgeschichten, die in diesem Buch zusammenkommen. Jede hat eine andere Sichtweise und doch sind sie mit dem Schicksal des Krieges verbunden. Der Autor hat sich viel Mühe gemacht, auch Kleinigkeiten, wie Uniform, Waffen usw. zu beschreiben. Die Quadriga ist nicht der Aufhänger des Buches, sondern nur das Ziel des Weges. Im Innenteil des Buches gibt es eine Übersichtskarte der Telegrafenlinie und der Plan von Paris. Das Cover passt auch zur Geschichte. Mit hat das Buch gut gefallen, denn es regt zum Nachdenken an. Die Geschichte könnte in jedem Krieg spielen.

5 Sterne

Verlag: Bookspot Verlag GmbH
ISBN: 978-3937357720
Gebundene Ausgabe: 428 Seiten

Autor: Thilo Scheurer lebt mit seiner Familie im Schwarzwald. Er ist Geschäftsführer eines Softwareunternehmens. Seine Liebe zum Schreiben hat er erstmalig in einem Regionalkrimi zum Ausdruck gebracht.

http://www.bookspot.de/

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