Kein Wille geschehe

Kein Wille gescheheKlappentext:
»Hör zu, Doktor! Menschen sind wie lose Blätter im Wind, die sich einbilden, sie würden die Richtung vorgeben. Aber es gibt keinen Plan, keinen Gott, überhaupt keine höhere Macht, die irgendetwas vorgibt. Alles wird vom blinden Zufall und dem gnadenlosen Kausalprinzip der Naturgesetze bestimmt. Erkennst du die Wahrheit, Doktor? Schuld ist nichts weiter als ein Hirngespinst der Menschheit, denn in der Natur kommt Schuld gar nicht vor … und deshalb ist es völlig gleichgültig, ob ich Menschen töte
Wer ist der Wahnsinnige, der kurz nacheinander zwei Männer tötet und ihnen mit ihrem Blut „Amor Fati“ – Liebe zum Schicksal – auf die Stirnen schmiert? Dem forensischen Psychiater Hendrik Jansen, der beide Opfer kannte, wird nach und nach klar, dass dies nur das grausame Vorspiel eines Mörders war, der es im Grunde auf ihn abgesehen hat. Als Hendriks Frau mit dem gemeinsamen Sohn spurlos verschwindet, beginnt für ihn ein verzweifelter Kampf gegen einen Gegner, der von einem perfiden Plan getrieben wird.

Meine Meinung:
Hendrik Jansen ist glücklich. Er liebt seine Frau, seinen kleinen Sohn und seine erwachsene Tochter. Sein Job als psychiatrischer Gutachter gefällt ihm und die Vergangenheit holt ihn nicht mehr ein. Er weiß, dass sich alles schnell ändern kann, deswegen ist er dankbar für die schönen Momente des Lebens.
Richard Aichner kennt diesen Moment, wenn eine unbedachte Handlung, das ganze Leben aus den Angeln hebt. Er will nur noch Rache und seine Opfer leiden sehen, so wie er gelitten hat.
Mitten in Berlin werden die ersten Toten gefunden. Sie wurden mit ihrem eigenen Blut markiert – Amor Fati. Die Polizei hat keine Spur und bittet den Psychiater Hendrik Jansen aufs Revier. Der wollte eigentlich mit seiner Familie nach Rügen fahren. Deswegen schickt er seine Frau mit seinem Sohn allein in den Urlaub. Dort kommen sie nie an und Hendrik erfährt es erst, als alles schon zu spät ist. Ein Wettlauf mit der Zeit entbrennt, denn die Polizei verdächtigt den Freund seiner Tochter.

Der Hergang ist sehr spannend, viele Handlungsstränge, die Protagonisten sind gut beschrieben und auch das Umfeld wird gut geschildert. Manche Kapitel beginnen mit kleinen Zitaten, die gut zum Geschehen passen. Der Thriller hat zwar eine psychologische Basis, aber auch brutale Szenen kommen nicht zu kurz. Als man denkt, dass das Ende naht – wird die Handlung nochmals hochgeschraubt.
Die Geschichte lässt sich flüssig lesen, nur das Cover gefällt mir nicht ganz. Es passt zwar gut, aber ich finde, dass es nicht die Spannung des Geschehens ausdrückt.

So wie:

Dann hörte Emma, wie der fremde Mensch neben ihr auf einmal tief Luft holte. Laut und ungeheuer kraftvoll. So wie jemand, der gleich etwas ganz fürchterlich Anstrengendes zu erledigen hatte. Eine unheimliche Angst stieg in ihr hoch. Und im selben Augenblick, als sie beschloss, nun doch die Augen für einen kurzen Blick zu öffnen, erlosch auf einen Schlag ihr Bewusstsein.“

Fazit: Aus dem Rahmen fallendes Finale und spannend bis zum Schluss.

5 Sterne

Verlag: BOOKSPOT VERLAG GMBH
ISBN: 978-3-95669-026-6
Klappenbroschur, 320 Seiten
Thriller

http://blog.bookspot.de/bookshelf/kein-wille-geschehe/
Autor: Guido Kniesel, Jahrgang 1964, war bereits während seines Informatikstudiums in Berlin und New York fasziniert von der Erforschung eines der letzten großen Geheimnisse: Die Funktionsweise des menschlichen Gehirns. Über viele Jahre beschäftigte er sich mit Künstlicher Intelligenz und der Computersimulation von biologischen Gehirnen. In seinem Roman »Kein Wille geschehe« spielt die Frage der Willensfreiheit des Menschen eine zentrale Rolle.

5 Sterne

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