Das Institut der letzten Wünsche

Das Institut der letzten WünscheKlappentext:
Die verträumte Mathilda arbeitet für eine Organisation, die sterbenden Menschen ihre letzten Wünsche erfüllt. Ein letztes Mal Schneeflocken spüren mitten im Hochsommer, Maria Callas live erleben oder in einem stillgelegten Vergnügungspark Riesenrad fahren – alles kein Problem, kleine Tricks inbegriffen. Das ändert sich, als Mathilda Birger begegnet. Er wünscht sich, vor seinem Tod noch einmal seine frühere Freundin Doreen und ihr gemeinsames Kind wiederzusehen. Mathilda soll sie für ihn suchen – nur will sie Doreen eigentlich gar nicht finden, denn sie hat sich auf den ersten Blick in Birger verliebt.
Meine Meinung:
Einst studierte Mathilda Medizin, aber sie war nicht glücklich damit. Als sie ihr Studium abbrach, lernte sie Ingeborg kennen, die selbst viele Jahre als Ärztin gearbeitet hatte. Ingeborg hatte ein Institut gegründet, das sterbenden Menschen einen letzten Wunsch erfüllte. Als deren Mitarbeiterin kümmert sich Mathilda um viele ausgefallene Wünsche. Das Geschäft lief gut, die Kunden waren dankbar und die Mitarbeiter waren mit viel Herz und guten Einfällen bei der Sache. Mathilda versuchte zu ihren Aktionen und Kunden Abstand zu wahren, aber als der krebskranke Rechtsanwalt Birger bei ihr vorsprach, verliebte sie sich in ihn. Sein letzter Wunsch bringt sie in Schwierigkeiten, denn nicht nur emotional ist sie daran beteiligt, sondern die Probleme häufen sich, seitdem sie Birger kennt und das Institut kommt in eine schwere Lage. Dann taucht ihr Exfreund Daniel noch auf und das Chaos ist perfekt.

Die Idee, die die Autorin aufgegriffen hat, finde ich gut. Es gibt mit Sicherheit einige Menschen, die vor ihrem Tod noch einen Wunsch offen haben. Deren Erfüllung ist eine gute Sache. In diesem Fall bezahlen die Menschen für ihr Anliegen. Der Einfallsreichtum der zu erfüllenden Wünsche ist relativ lustig, aber auch manchmal etwas makaber. Die Protagonisten sind gut beschrieben, gerade Mathilde mit ihrer anspruchslosen kindlichen Art. Sie ist eine Träumerin und hat keinen Draht in einen komplexen Lebensbereich. Birger ähnelt Mathilda, denn auch er ist nicht immer realitätsbezogen, kennt aber seine Grenzen.
Dazu hat die Autorin gleich das Thema der Sterbehilfe aufgegriffen. Anhand von Gegebenheiten einiger Protagonisten ist ihr die Problematik gut gelungen. Jeder Mensch sollte selbst über sein Leben entscheiden können. Manchmal sind die Hergänge etwas konfus, aber meistens miteinander verbunden.
Als man denkt, dass sich die Handlung an einem Strang fortbewegt, ändert sich der Verlauf. Das Buch beinhaltet viel Kreativität, regt aber gleichzeitig mit seinen Geschichten zum Nachdenken an. Nachvollziehbar und glaubhaft war allerdings nicht der letzte Wunsch, oder die Sterbehilfe, sondern das Einsamkeitsgefühl der Kranken.
Als ich den Klappentext gelesen habe, dachte ich nur: „Da werden die Augen feucht werden.“ Das ist aber nicht so.

Mich hat das Buch aber nicht vollkommen überzeugt, denn ich brauchte einige Zeit, um in die Geschehnisse einzutauchen.

4 Sterne

Verlag: Droemer-Knaur Verlag
ISBN: 978-3-426-65365-4
Hardcover, 496 Seiten

http://www.droemer-knaur.de/buch/8133473/das-institut-der-letzten-wuensche
Autorin: Antonia Michaelis, 1979 geboren, begann bereits als Kind zu schreiben. Sie ist eine renommierte Autorin von zahlreichen Büchern und Theaterstücken für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ihr Roman „Der Märchenerzähler“ wurde für den Deutschen Jugendbuchpreis und den Buxtehuder Bullen 2012 nominiert. Antonia Michaelis lebt mit ihrer Familie in einem Dorf nahe der Insel Usedom.

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